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Medizin

ADHS: Kernspin zeigt Eisenmangel im Gehirn an

Montag, 2. Dezember 2013

Charleston – Patienten mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivi­tätsstörung ADHS haben einen erhöhten Dopaminbedarf im Gehirn. Da für die Synthese Eisen benötigt wird, kann es zu einem Eisenmangel im Striatum kommen, der mit einer auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America in Chicago vorgestellten Untersuchungsmethode nicht-invasiv nachgewiesen werden kann.

Die zur Behandlung der ADHS eingesetzten Medikamente wie Methylphenidat erhöhen – indirekt durch Hemmung der Wiederaufnahme aus dem synaptischen Spalt – die Kon­zen­tration von Dopamin, und entlasten auf diese Weise die Kernzentren im Striatum. Dort bemüht sich das Gehirn von unbehandelten Patienten, den Dopaminmangel so weit es geht zu vermeiden. Es steigert die Synthese des Neurotransmitters, bis die Eisen­vorräte erschöpft sind.

Die Konzentration von Eisen kann mit der „magnetic field correlation“ (MFC) exakt bestimmt werden. Die MFC ist eine kernspintomographische Technik, die Forscher der Medical University of South Carolina in Charleston entwickelt haben. Vitria Adisetiyo und Mitarbeiter haben die MFC jetzt bei 22 ADHS-Patienten gemessen, von denen 10 Patien­ten Medikamente gegen die Störung einnahmen. Die die anderen 12 Patienten waren unbehandelt. Zum Vergleich wurde die MFC auch bei 27 gesunden Personen bestimmt.

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Wie Adisetiyo jetzt berichtet, hatten die 12 unbehandelten ADHS-Patienten niedrige Eisenkonzentrationen in Putamen und Globus pallidus (die beide zum Striatum gehören) sowie im benachbarten Thalamus. Bei den 10 behandelten Patienten unterschieden sich die MFC nicht von den Gesunden.

Die MFC ist ein guter indirekter Marker für die Dopamin-Konzentration im Gehirn, findet Adisetiyo. Die Untersuchung würde zudem die pathogenetischen Konzepte bestätigen und den Psychiatern in unklaren Fällen möglicherweise erstmals ein objektives Instrument zur Prüfung ihrer Diagnose in die Hand geben. © rme/aerzteblatt.de

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