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Medizin

Brustkrebs ohne Operation zerstört

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Rom – Eine neuartige Behandlung, die Tumore mittels hochfokussiertem Ultraschall zerstört, eröffnet erstmals die Möglichkeit zu nicht-invasiven Krebsoperationen. An einer Klinik in Rom wurde das Verfahren erstmals zur Brustkrebsbehandlung eingesetzt. Bei zehn Patientinnen wurde bei der anschließenden Operation kein Tumorgewebe mehr gefunden.

Ultraschallwellen erwärmen das Gewebe. Beim diagnostischen Ultraschall ist der Effekt gering. Die Energiedichte liegt im Bereich von 0,1 bis 0,5 Watt/cm2. Anders ist dies beim fokussierten Ultraschall. Die Hochleistungsschallgeber sind hier wie ein Hohlspiegel geformt, der die Ultraschallwellen auf einen Punkt fokussiert. Die Energiedichte liegt im Bereich von 1000 bis 10.000 Watt/cm2 und die Temperatur steigt im ultraschall­bestrahlten Gewebe schnell auf 60 bis 70 Grad Celsius an. In diesem Bereich koaguliert das Eiweiß und die Zellen sterben ab.

Die Kombination mit der Kernspintomographie ermöglicht eine genaue Lokalisierung des Gewebes bei gleichzeitiger Kontrolle der Temperatur. Das MRgFUS wird bereits zur Behandlung von Uterusmyomen eingesetzt (etwa in Heidelberg, Lübeck, Kiel, Dachau und Bottrop). In den USA ist das Gerät des Herstellers InSightec aus Dallas in Texas auch zur Behandlung von Knochenmetastasen zugelassen. In Europa gibt es ein CE-Zertifikat für die Behandlung  von Hirnerkrankungen.

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Ein Team um Alessandro Napoli von der Universität „La Sapienza“ in Rom hat erstmals Brustkrebstumore „verkocht“. Die Studie umfasste zwölf Patientinnen mit invasivem duktalem Mammakarzinom, deren Durchmesser kleiner als 2 cm war und deren Lage eine Ultraschallzerstörung möglich machte. Die Behandlungen wurden ambulant durchgeführt. Wie Napoli jetzt auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America in Chicago berichtete, war bei zehn der zwölf Frauen nach der Behandlung kein Tumor mehr in der Kernspintomographie sichtbar.

Alle zwölf Frauen wurden kurze Zeit darauf operiert, um den Erfolg der Operation zu kontrollieren (jedes andere Vorgehen wäre unethisch gewesen). Bei keiner der zehn erfolgreich mit MRgFUS behandelten Frauen konnten die Pathologen noch lebende Tumorzellen im Resektat entdecken, versicherte Napoli, der das Verfahren jedoch derzeit nicht außerhalb klinischer Studien anwenden will. Anders als bei der Behandlung von Uterusmyomen kann eine nicht-komplette Entfernung des Tumors beim Mammakarzinom die Heilungschancen verschlechtern. © rme/aerzteblatt.de

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