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Wie demenzsensible Krankenhäuser machbar sind

Montag, 9. Dezember 2013

Berlin – Immer häufiger sind somatische Abteilungen in den Krankenhäusern mit der Versorgung von dementen Patienten mit Zweiterkrankungen konfrontiert. Wie Kliniken sich auf die Demenzkranken vorbereiten können, haben Experten auf einer Tagung der Deutschen Alzheimer Gesellschaft Anfang Dezember in Kassel diskutiert.

Krankenhäuser sind für Menschen mit Demenz eine belastende Umgebung. Sie können sich dort schlecht orientieren, haben ihre vertrauten Bezugspersonen nicht um sich und verstehen die Handlungsabläufe nicht. Auch für das Personal sind demenzkranke Patienten oft eine besondere Herausforderung.

Wie ein Krankenhaus sich mit einem ganzheitlichen Konzept für demenzkranke Patienten einsetzen kann, machte Oliver Riedel aus dem Klinikum Altmühlfranken deutlich. Dort wurden verschiedene Ansätze realisiert wie Schulungen des Personals, Rooming-in und Beratung für Angehörige sowie die Schaffung eines Demenzbeauftragten.

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Neben der Schulung von Mitarbeitern im Krankenhaus hoben verschiedene Referenten die Wichtigkeit von ergänzender ehrenamtlicher Betreuung hervor. Diese müsste allerdings vom Haus wertgeschätzt und in den Krankenhausalltag integriert werden. Alise Höhn, Einsatzleiterin der „Grünen Damen“ in Bad Dürkheim, berichtete von den Aufgaben des ehrenamtlichen Besuchsdienstes.

In einem neuen Projekt sollen Ehrenamtliche die Pflegekräfte speziell auf einer Demenzkranken vorbehaltenen Teilstation entlasten. Sie begleiten die Patienten beim Frühstück und dem Mittagessen und bieten einen Lotsendienst an.

Jochen Hoffmann vom Krankenhaus St. Hildegardis in Köln stellte das Konzept der „Station Silvia“ vor, auf der acht demenzkranke Patienten mit unterschiedlichen Indika­tionen getrennt von Patienten ohne kognitive Störungen versorgt werden. In einem wissenschaftlichen Projekt wird dort evaluiert, ob auch wissenschaftlich messbar ist, was vom Personal und den Betroffenen bereits als Vorteil wahrgenommen wird: Nämlich ein Rückgang von freiheitsentziehenden Maßnahmen, kürzere Verweildauern und eine Verbesserung der Alltagsfähigkeiten

Winfried Teschauer, Vorstandsmitglied der Deutschen Alzheimer Gesellschaft wies darauf hin, dass angesichts des demografischen Wandels und der zunehmenden Zahl von demenz­kranken Patienten der Schritt zur Entwicklung eines demenzsensiblen Kranken­hauses unumgänglich sei. Es gebe allerdings noch viel zu tun, um Klinik­leitungen, Politik und Kostenträger in ganz Deutschland davon zu überzeugen. © hil/aerzteblatt.de

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