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Medizin

Enzymtherapie der Induratio penis plastica

Montag, 9. Dezember 2013

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA hat den Einsatz von Collagenase clostridium histolyticum zur Behandlung der Induratio penis plastica zugelassen. Der Hersteller hatte in einer Studie gezeigt, dass die mehrmalige Injektion die Penisverkrümmung vermindern kann.

Die Induratio penis plastica ist häufiger als allgemein angenommen. In einer Umfrage der Universität Köln betrug die Prävalenz 3,2 Prozent, wobei der Häufigkeitsgipfel zwischen 50 und 70 Jahren lag. Ein sicheres konservatives Therapieverfahren gibt es bisher nicht. In den USA können Urologen es demnächst mit Injektionen von Xiaflex versuchen.

Das Präparat enthält das Enzym Kollagenase, das von dem Bakterium Clostridium histolyticum gebildet wird. Xiaflex ist in den USA und in Europa (als Xiapex) zur Behandlung der Dupuytrenschen Kontraktur zugelassen. Der Hersteller hat den Vertrieb in Deutschland im letzten Jahr allerdings nach einer Negativbeurteilung durch das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen eingestellt.

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Der Induration liegen derbe Plaque in der Tunica albuginea des Penis zugrunde. Die Injektion des Enzyms soll die Narbenstränge auflösen, was eine manuelle Ausrichtung durch einen Therapeuten ermöglicht. In einer klinischen Studie an 832 Patienten erzielte die Therapie eine signifikante Wirkung.

Die Behandlung ist jedoch nicht ohne Risiken, zu denen die FDA eine Fraktur des Penis zählt. Die Anwendung ist deshalb dort an eine Risk Evaluation and Mitigation Strategy (REMS) gebunden. Sie soll dafür sorgen, dass die Behandlung nur von qualifizierten Urologen durchgeführt wird.  Die Behandlung ist recht kostspielig. Der Hersteller verlangt in den USA für eine Durchstechflasche 3.300 US-Dollar. Bei maximal zugelassenen acht Injektionen belaufen sich die Kosten auf 26.400 US-Dollar plus Arzthonorar. © rme/aerzteblatt.de

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