NewsMedizinKetamin: Report warnt vor Drogenrisiken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Ketamin: Report warnt vor Drogenrisiken

Dienstag, 10. Dezember 2013

London – Eine Zunahme von Blasenerkrankungen bei zumeist jugendlichen Drogen­konsumenten hat in Großbritannien eine Diskussion um den Missbrauch von Ketamin ausgelöst. Nachdem das Anästhetikum und Analgetikum seit 2006 als illegale Droge der Klasse C geführt wird, könnte bald eine Hochstufung zur Klasse B erfolgen.

Diese Empfehlung hat jetzt das Advisory Council on the Misuse of Drugs, das die britische Regierung berät, ausgesprochen. In einem 48-seitigen Report wird auf einen zunehmenden Missbrauch von Ketamin hingewiesen. So sollen 120.000 Menschen in England und Wales im letzten Jahr die Droge konsumiert haben, die als „K“, „Special K“ oder „Vitamin K“ auf der Straße angeboten wird.

Die Medien hatten in den vergangenen Monaten über Fälle von Zystitis, einschließlich hämorrhagischer Zystitis, berichtet. Das „Ketamine Bladder Syndrome“ soll sich in schweren Fällen als irreversibel erwiesen haben, und bei einigen Patienten wurde eine Verkleinerung oder sogar die Entfernung der Blase notwendig, wie Les Iversen und Paul Dargan von einer von der Regierung eingesetzten Arbeitsgruppe jetzt in ihrem Report schreiben. Auch bei Drogentoten sei Ketamin hin und wieder im Blut nachgewiesen worden.

Anzeige

Iversen und Dargan warnen vor den psychologischen Nebenwirkungen der Droge, zu denen Flashbacks, Halluzinationen, Dysphorien, Angst, Schlaflosigkeit oder Desorientierung gehören, auf die die deutschen Fachinformationen hinweisen. Hierzulande unterliegt Ketamin jedoch nur der normalen Rezeptpflicht. Ein BtM-Rezept ist nicht erforderlich. Die Ärzte werden jedoch gebeten auf einen Missbrauch durch ihre Patienten zu achten.

Mit der Hochstufung von der Klasse C (dazu gehören in Großbritannien auch Benzodiazepine und anabole Steroide) zur Klasse B würde Ketamin strafrechtlich mit Amphetaminen und Cannabis gleichgesetzt. Der Besitz kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Illegalen Händlern drohen bis zu 14 Jahre. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

25. Juni 2020
Wien – Die Vereinten Nationen (UNO) rechnen wegen der Coronakrise mit einer Zunahme des weltweiten Drogenkonsums. Von steigenden Arbeitslosenzahlen bis hin zu Einsparungen bei Präventionsprogrammen
UNO rechnet mit Zunahme des weltweiten Drogenkonsums
12. Juni 2020
Berlin – Durch die geplant Mehrwertsteuerabsenkung der Bundesregierung spart die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) Millionen. Ärger gibt es aber nach wie vor um Alkohol und Tabak. Die Senkung der
Mehrwertsteuersenkung: Einsparung für Kassen, Ärger um Alkohol
29. Mai 2020
Berlin – Jugendliche sollen erstmals mit einer Kampagne in den sozialen Medien über die gesundheitlichen Risiken des Marihuanakonsums aufgeklärt werden. Die Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig
Cannabisaufklärung für Jugendliche gestartet
28. April 2020
Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat eine FAQ-Liste zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger auf Basis der Betäubungs­mittel­verschreibungs­verordnung (BtMVV) und der
BÄK informiert über Substitutionstherapie opioidabhängiger Menschen
21. April 2020
Bernau/Karlsruhe − Ein Richter aus Bernau lässt das Cannabisverbot in Deutschland vom Bundesverfassungsgericht prüfen. Jugendrichter Andreas Müller hat eine entsprechende Vorlage nach Karlsruhe
Richter lässt Cannabisverbot in Karlsruhe prüfen
31. März 2020
Berlin − Trotz massiver Probleme wegen der Coronakrise will die Bundesregierung die therapeutische Behandlung suchtkranker Menschen aufrecht erhalten. In den vergangenen Tagen habe „zumindest
Therapien für suchtkranke Menschen sollen trotz Coronakrise weitergehen
24. März 2020
Berlin − Die Zahl der Drogentoten in Deutschland ist im vergangenen Jahr gestiegen. 2019 starben insgesamt 1.398 Menschen durch illegalen Rauschgiftkonsum, wie die Bundesdrogenbeauftragte
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER