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Medizin

Medikamentöse Tabakentwöhnung: Meta-Analyse sieht kaum kardiale Risiken

Dienstag, 10. Dezember 2013

Stanford – Keines der drei derzeit zur Unterstützung der Tabakentwöhnung eingesetzten Medikamente stellt ein ernsthaftes Risiko für das Herz dar. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Meta-Analyse in Circulation (2013; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.113.003961).

Ärzte können abstinenzbereite Raucher derzeit mit drei Wirkstoffen unterstützen. Allen ist gemeinsam, dass die Wirkung begrenzt ist und den festen Willen der Patienten nicht ersetzen kann. Alle drei wurden in der Vergangenheit mit kardialen Risiken in Verbindung gebracht.

So gab es nach Einführung der Nikotinersatztherapie in den 1990er Jahren zunächst Berichte über pektanginöse Beschwerden und Tachykardien, bis eine randomisierte Studie die Bedenken weitgehend zerstreute (NEJM 1996; 335:1792-179). Auch nach der Einführung der Antirauchertablette mit dem Wirkstoff Bupropion im Jahr 2000 und zuletzt dem Wirkstoff Vareniclin 2007 gab es Bedenken. Zu Vareniclin veröffentlichte die FDA sogar eine Drug Safety Communication.

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Mittlerweile haben sich die Sorgen gelegt und eine aktuelle Analyse mit 63 klinischen Studien und 30.508 Teilnehmern kommt zu dem Schluss, dass keines der Mittel ein ernsthaftes Risiko für das Herz von gesunden Menschen darstellt. Edward Mills von der Stanford Universität und Mitarbeiter ermitteln zwar für Nikotinersatztherapien durchaus eine erhöhte Rate von kardiovaskulären Ereignissen (relatives Risiko RR 1,81; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,35-2,43).

Es handele sich aber in der Regel um ungefährliche Reaktionen, etwa einen Anstieg der Herzfrequenz. Die Rate von ernsthaften Komplikationen (major adverse cardiovascular events, MACE) sei nicht signifikant erhöht (RR 1,95; 0,26-4,30). Für Bupropion wurde sogar tendenziell eine protektive Auswirkung auf MACE gefunden (RR 0,57; 0,31-1,04). Der Einsatz von Vareniclin war nur mit einem tendenziellen Anstieg assoziiert (RR 1,34; 0,66-2,66).

Wie bei größeren Meta-Analysen unvermeidbar, werden Patienten mit unterschiedlichen Risiken über einen Kamm geschoren. Die American Heart Association weist in ihrer Pressemitteilung darauf hin, dass die meisten Teilnehmer der Studien relativ gesund waren. Für Patienten mit kardialen Vorerkrankungen sollten deshalb die Warnhinweise in den Fachinformationen beachtet werden. © rme/aerzteblatt.de

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