NewsVermischtesKassen bezahlen keine Ersatz­Brust­implantate
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Kassen bezahlen keine Ersatz­Brust­implantate

Mittwoch, 11. Dezember 2013

dpa

Berlin – Die Entfernung von minderwertigen Brustimplantaten des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) ist medizinisch notwendig. Dafür hat die Krankenkasse die Kosten zu tragen. Allerdings muss sich die Patientin an den Kosten beteiligen, wenn das erstmalige Einsetzen der Implantate allein ästhetische Gründe hatte. Die Kosten für die ersatzweise Einbringung neuer Implantate hat die Patientin aber vollständig selbst zu tragen. Das hat das Sozialgericht Berlin entschieden (S 182 KR 1747/12). Es entschied damit über die Klage einer Berlinerin, die von ihrer Krankenkasse das Geld für den Austausch eines PIP-Implantats haben möchte.

Seit einigen Jahren ist bekannt, dass die PIP-Implantate mit ungeeignetem, minder­wertigem Industriesilikon gefüllt sind und zum Reißen neigen. 2010 wurde der Vertrieb untersagt. 2012 empfahl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die Entfernung der Implantate.

Anzeige

Die 27-jährige Klägerin hat sich im Juli 2012 für drei Tage in ein Berliner Krankenhaus begeben. Dort wurden die Implantate gegen ein anderes Produkt ersetzt. Die Kranken­kasse Barmer-GEK erstattete die Kosten der medizinisch erforderlichen Herausnahme der schädlichen Implantate (rund 4.100 Euro). Allerdings muss sich die alleinerziehende Arbeitslosengeld-II-Empfängerin mit zwei Prozent ihrer jährlichen Einnahmen an den Kosten des Eingriffs beteiligen, das sind rund 280 Euro im Jahr.

Die Krankenkasse übernahm jedoch nicht die Kosten für ein Ersatzimplantat – ebenfalls rund 4.100 Euro. Die Begründung der Kasse: Die erstmalige Versorgung mit Brustim­plantaten sei aus rein kosmetischen Gründen erfolgt. Es habe keine Krankheit vorgelegen. Das Gericht gab der Kasse jetzt Recht. Es sei nicht sachgerecht, wenn die Versichertengemeinschaft alle Risiken trage, die mit einer medizinisch nicht notwendigen Operation verbunden seien.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann von der Klägerin angefochten werden. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #104707
chiemwast
am Donnerstag, 12. Dezember 2013, 14:36

Kassen bezahlen keine Ersatz­Brust­implantate

Mir fehlt die Erwähnung einer Herstellerhaftung! Sie müsste gerechterweise für die Kosten des Entfernens und für das Neueinfügen eines geeigneten Implantats herhalten.
LNS

Nachrichten zum Thema

27. August 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) will die Kompetenzen der Bundesebene für die Überwachung von Medizinprodukten erweitern. Das geht aus dem Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des
Bundesbehörden sollen mehr Kompetenzen bei Überwachung von Medizinprodukten erhalten
23. August 2019
Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) hat eine praxistaugliche und am Patienten orientierte Neuregelung der Verbandmitteldefinition durch den Gemeinsamen Bundes­aus­schuss (G-BA)
Kritik an unklarer Situation bei Erstattung von Verbandmitteln
22. August 2019
Schwerin – Das Schweizer Medizintechnikunternehmen Ypsomed hat in seinem neuen Schweriner Werk die Produktion aufgenommen. Das Familienunternehmen mit Sitz in Burgdorf bei Bern ist nach eigenen
Ypsomed startet Produktion in Schwerin
12. August 2019
Berlin – Der Berufsverband der Radiologen (BDR) wehrt sich vehement gegen die Berichterstattung über Kontrastmittelpauschalen von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR. Er wies die Berichte als
Radiologen: Kontrastmittelpauschalen haben zu Einsparungen für Krankenkassen geführt
9. August 2019
Hamburg – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat sich nach Medienberichten in die Debatte um die Kontrastmittelpauschalen eingeschaltet, die manche Krankenkassen an Kassenärztliche
Bundesministerium für Gesundheit schaltet sich in Kontrastmitteldebatte ein
9. August 2019
Jena – Der Jenaer Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec ist mit Blick auf seine Umsatzentwicklung ein wenig optimistischer als zuletzt. Der Konzern hält nun einen Jahresumsatz leicht oberhalb der
Carl Zeiss Meditec bei Umsatzprognose etwas optimistischer
8. August 2019
Köln – Patienten könnten nach einer Operation von einer Vakuumversiegelungstherapie (VVS) ihrer OP-Wunde profitieren. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER