NewsPolitikKrankenkassen wollen Psychotherapie neu organisieren
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Krankenkassen wollen Psychotherapie neu organisieren

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Berlin – Der Spitzenverband Bund der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) möchte die Psychotherapie in Deutschland umorganisieren. „Weniger Bürokratie, orientierende Sprechstunden für die Patienten und ein Ende der Genehmigungspflicht für die Kurz­zeittherapie sollen die Versorgung besser machen und die Wartezeiten verkürzen“, umreißt Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes, die Vorschläge.

Die Kassen wollen die sogenannte Kurzzeittherapie stärken. Bislang mussten die Therapeuten dazu immer wieder neue Anträge auf Bewilligung stellen. Diese sollen künftig wegfallen. „Der Versicherte kann das Angebot über seine Krankenver­sichertenkarte wie andere Leistungen auch in Anspruch nehmen; der Therapeut wird von einer Berichtspflicht bei Kurzzeittherapie generell befreit“, heißt es aus dem Spitzenverband. Eine Kurzzeittherapie ist auf 22 Therapiestunden angelegt.

Die Förderung der Kurzzeittherapie soll dabei nicht zulasten der Langzeittherapie gehen. Wie bisher soll ein Gutachter einen entsprechenden Antrag dazu prüfen, bevor die Therapie mit bis zu 300 Stunden stattfinden kann. „Bei den Regeln und der bisherigen Praxis für die Genehmigung und Durchführung von Langzeittherapien sind keine Änderungen geplant“, so der Spitzenverband.

Anzeige

„Die Wahl der Therapierichtung ist oftmals von Zufällen, wie zum Beispiel einem freien Therapieplatz, bestimmt, statt über eine fachlich begründete Auswahl“, begründet der Spitzenverband einen weiteren Reformvorschlag. Damit der Versicherte das seiner Erkrankung adäquate Behandlungsangebot erhalte, sei eine orientierende Sprech­stunde bei einem Psychotherapeuten vor Beginn einer Behandlung vorgesehen. „Es geht hierbei vor allem darum, über die verschiedenen Therapieformen zu informieren, aber auch darum, herauszufinden, ob eher eine stationäre oder medikamentöse Behandlung indiziert ist oder ob eventuell eine Selbsthilfegruppe besser geeignet wäre“, so der Spitzenverband.

Außerdem sehen die Kassenvorschläge eine rund sechswöchige Pause nach der zwölften Therapiestunde vor – diese vom Spitzenverband als „Reflexionsphase“ bezeichnete Unterbrechung soll dem Patienten die Möglichkeit geben, sich darüber klar zu werden, ob die psychotherapeutische Behandlung für ihn passt. „Die sechswöchige Wartezeit zwischen den beiden Therapiephasen ist eine kurze Zeit des Innehaltens und der Reflexion des Therapeuten wie auch des Patienten darüber, ob der eingeschlagene Weg wirklich der richtige ist“, so von Stackelberg. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Juni 2020
Hamburg – Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hamburg warnt Psychotherapeuten vor der Teilnahme an der Online-Intervention „MindDoc by Schön Klinik“. Mit der Beschäftigung von niedergelassen
KV Hamburg warnt Psychotherapeuten vor Einbindung in Online-Intervention „MindDoc“
24. Juni 2020
Berlin – Videokonsultationen in der Psychotherapie sind sinnvoll. Diese Auffassung vertritt die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM). Die
Psychotherapie per Videokonsultation funktioniert
17. Juni 2020
Berlin – Obwohl die Gruppenpsychotherapie für viele Patienten Vorteile bietet und ihre Wirkung wissenschaftlich belegt ist, wird sie zwar im stationären Bereich häufig eingesetzt, im ambulanten
Psychotherapeuten stellen Vorteile von Gruppentherapien heraus
12. Juni 2020
Berlin − Die Systemische Therapie für Erwachsene kann nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) wie geplant am 1. Juli starten. Sie ergänzt als viertes Richtlinien-Verfahren das
Systemische Therapie: Bewertungsausschuss hat Vergütung festgelegt
28. Mai 2020
Berlin – Das Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) will ärztliche und psychologische Psychotherapeuten aus Praxen oder Medizinischen Versorgungszentren bitten, an einem
Psychotherapie: Streit um Patientenfragebögen des IQTIG
15. Mai 2020
Berlin – Psychotherapeuten sind empört über eine Änderung im zweiten Bevölkerungsschutzgesetz, die nichts mit der COVID-19-Pandemie zu tun hat, sondern Übergangsregegelungen bei der Ausbildung zum
Pandemiegesetz: Über Nacht umstrittene Änderungen für Psychotherapeuten
4. Mai 2020
Bonn − Psychotherapeuten befürchten durch Versorgungsengpässe in der Coronakrise eine Welle psychischer Erkrankungen. Psychisch Kranke, Einsame, alte Menschen, Familien und Kinder − viele
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER