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Medizin

HIV-Infektion greift das Herz an

Mittwoch, 11. Dezember 2013

HI-Viren /CDC

Madrid – Eine HIV-Infektion kann den Herzmuskel in Mitleidenschaft ziehen. Nach einer Studie, die auf der Fachtagung EuroEcho-Imaging 2013 in Istanbul vorgestellt wurde, steigt das Risiko auf strukturelle Veränderungen, wenn es nicht gelingt, die Viruskon­zentration unter die Nachweisschwelle zu senken.

Es ist bekannt, dass eine HIV-Infektion zu strukturellen Veränderungen des Herzmuskels führen kann, die bei einer transthorakalen Echokardiographie erkennbar sind. Am häufigsten kommt es zu einer diastolischen Dysfunktion und zu einer pulmonalen Hypertonie, berichtet Nieves Montoro von der Universitätsklinik La Paz in Madrid.

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Die Kardiologin hat die Erfahrungen an 65 HIV-positiven Patienten zusammengefasst, bei denen es bereits zu einer symptomatischen Herzinsuffizienz mit Dyspnoe gekommen war. Bei fast der Hälfte der Patienten waren in der Echokardiographie strukturelle Verän­derungen am Herzmuskel zu erkennen. Sie bestanden in erster Linie in einer Hypertro­phie oder einer Funktionsstörung des linken Ventrikels. Ein Fortschreiten der Infektion zur Immunschwäche Aids hatte laut Montoro keinen Einfluss auf die strukturelle Schädi­gung, wohl aber die Konzentration der HI-Viren im Blut.

Patienten mit einer Viruslast oberhalb der Nachweisgrenze wiesen fast doppelt so häufig Schäden am Herzen auf (75 versus 43 Prozent in der Kohorte). Montoro führt dies auf eine pro-inflammatorische Reaktion des Körpers auf die HIV-Infektion zurück, die auf Dauer auch Herz und Gefäße schädigen könnten.

Die Untersuchung unterstreiche deshalb die Bedeutung einer konsequenten antire­troviralen Therapie. Montoro riet dazu, alle HIV-Positiven, die unter der Therapie keine Virusfreiheit im Blut erzielen, frühzeitig beim Kardiologen zu einer Echokardiographie vorzustellen, um im Fall von Herzschäden rechtzeitig eine Therapie einleiten zu können. © rme/aerzteblatt.de

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