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Ausland

Industrienationen wollen bis 2025 Durchbruch bei Demenz-Behandlung

Mittwoch, 11. Dezember 2013

David Cameron /dpa

London – Die Ge­sund­heits­mi­nis­ter der großen Industriestaaten und Russlands (G-8) wollen bis zum Jahr 2025 einen Durchbruch bei der Bekämpfung von Demenz erzielen. Ziel sei es, bis dahin ein Medikament oder eine Therapie zur Linderung der Symptome zu entwickeln, sagte der britische Premierminister David Cameron bei einem G-8-Treffen in London. Dazu wurde ein deutlicher Anstieg der Forschungsausgaben vereinbart.

Der scheidende Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Daniel Bahr (FDP) und seine Kollegen aus Großbritannien, Frankreich, Italien, USA, Kanada, Russland und Japan waren in der britischen Hauptstadt erstmals zu einer Konferenz zusammengekommen, um über die Herausforderungen durch massiv zunehmende Demenzerkrankungen zu beraten. Sie erörterten das Thema mit Gesundheitsexperten und Vertretern von Hilfsorganisationen.

Über das Ausmaß des Problems bestehe Einigkeit, sagte Cameron. Die Krankheit zerstöre Leben und reiße Familien auseinander. Die Welt habe in den vergangenen Jahren den Kampf gegen Malaria, Krebs, HIV und Aids aufgenommen und sollte bei der Eindämmung der Demenz nun „genauso entschlossen“ vorgehen, forderte der britische Premier. „Ich will, dass der 11. Dezember 2013 den Beginn des weltweiten Gegenangriffs markiert.“

Der britische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jeremy Hunt nannte das Ziel, bis 2025 ein Medikament zu finden, „ehrgeizig“, da ein „Wundermittel“ nicht in Sicht sei. Ohne Optimismus lasse sich dieses Ziel aber nicht erreichen. Der Vize-Forschungschef des Pharmaunternehmens Lilly, Jan Lundberg, sagte in London, in fünf Jahren könnte es „ein oder zwei Ansätze geben, die das Fortschreiten von Demenz verringern könnten“.

Die Industrienationen vereinbarten außerdem, deutlich mehr Mittel für die Demenz-Forschung bereitzustellen. Großbritannien will seine Förderung in diesem Bereich bis 2022 auf 122 Millionen Pfund (146 Millionen Euro) verdoppeln. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg erklärte, die EU stelle in den kommenden zwei Jahren 1,2 Milliarden Euro für Gesundheitsforschung zur Verfügung, was auch Demenz einbeziehe. Darüber hinaus beschlossen die G-8, ihre Forschungsarbeit besser zu koordinieren.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Bahr nannte als ein Ziel der Konferenz, „die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit“ auf eine bessere Erforschung von Demenz zu lenken. Deutschland habe die Herausforderung durch die Krankheit schon vor Jahren erkannt und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen gegründet. Die Bundesregierung fördere die Demenzforschung zudem jährlich mit rund 90 Millionen Euro.

Die weltweiten Kosten im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen beliefen sich nach Schätzungen der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) alleine im Jahr 2010 auf 440 Millionen Euro.  

 Vergangene Woche veröffentlichte die Organisation Alzheimer Disease International eine alarmierende Studie, wonach die Zahl der Demenzkranken in den vergangenen drei Jahren weltweit um knapp ein Viertel auf 44 Millionen Fälle gestiegen ist. Bis zum Jahr 2050 rechnet die Organisation mit einer Verdreifachung der Fälle auf dann 135 Millionen Demenzkranke. Allein in Europa wären in diesem Fall 16 Millionen Menschen betroffen. © afp/aerzteblatt.de

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