Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Ersatzkassen fordern zentrale Zulassungsstelle für Hochrisiko­medizinprodukte

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Berlin – Nach der Verurteilung Jean-Claude Mas von der Firma Poly Implant Prothèse (PIP) unter anderem zu vier Jahren Haft und einer Geldstrafe hat der Verband der Ersatzkassen (vdek) politische Konsequenzen gefordert. Allein in Deutschland wurden mehr als 5.000 Frauen minderwertige PIP-Brustimplantate eingesetzt, weltweit sind vermutlich Hunderttausende betroffen.

„Das Urteil und die damit verbundene vierjährige Haftstrafe für Herrn Mas ist ein wichtiges Zeichen für alle Betroffenen“, erklärte der vdek-Verbandsvorsitzende Christian Zahn. Die Verurteilung der für den Skandal Verantwortlichen reiche aber nicht aus. „Damit derartige Skandale jedoch gar nicht erst entstehen können, ist es dringend erforderlich, dass die Zulassung von Hochrisikomedizinprodukten sicherer wird“, so Zahn.

Die Ersatzkassen fordern daher eine zentrale europäische Zulassungsstelle, die Hochrisikomedizinprodukte nach einheitlichen Kriterien prüft und zulässt. Dazu gehöre der Nachweis des Nutzen-Risiko-Verhältnisses anhand klinischer Studien, mehr Transparenz durch Einrichtung einer zentralen Datenbank, eine verpflichtenden Haftpflichtversicherung und eine Stärkung der Rechte der Patienten.

Im Augenblick beraten die EU-Kommission, der Europäische Rat und das EU-Parlament eine neue Zulassungsverordnung. Sie sieht verbindliche Regelungen für sogenannte „Benannte Stellen“ vor. Diese prüfen neue Medizinprodukte, zum Beispiel der TÜV Rheinland.

Der vorliegende Entwurf geht den Ersatzkassen jedoch nicht weit genug. „Die Bundesregierung muss daher jetzt aktiv werden und sich für mehr Patientensicherheit auf europäischer Ebene einsetzen“, so Zahn. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

12.05.17
Berlin – Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, informiert mit einer neuen Infokarte über die Verordnungs- und Erstattungsfähigkeit von Verbandmitteln. Die Infokarte berücksichtigt dabei die......
12.05.17
Aix-en-Provence – Im Skandal um minderwertige Brustimplantate des französischen Herstellers Poly Implant Prothèse (PIP) muss der TÜV Rheinland Tausenden Frauen vorläufig Schadenersatz zahlen. Das......
11.05.17
Aktive Bewegungsschienen nach Kreuzbandriss: Nutzen und Schaden unklar
Köln – Welchen Nutzen oder Schaden aktive Bewegungsschienen in der Nachbehandlung bei einem Riss des vorderen Kreuzbands haben, bleibt unklar. Das gilt insbesondere für den Einsatz zu Hause. Zu diesem......
05.05.17
Heidenheim – Eine hohe Nachfrage nach Desinfektionsmitteln und Verbandsmaterial hat die Geschäfte des Medizinartikelherstellers Hartmann angekurbelt. Während der Umsatz im ersten Quartal 2017......
05.04.17
EU-Parlament beschließt strengere Überwachung von Medizinprodukten und Diagnostika
Straßburg – Die strengere Überwachung von Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika hat das Europäische Parlament heute in Straßburg beschlossen. Mehr als vier Jahre hatten das Parlament, die......
05.04.17
Pro und Contra: Sollte es für Medizinprodukte hoher Risikoklassen eine behördliche Zulassung geben?
Straßburg/Köln – Das Europäische Parlament hat heute in Straßburg zwei neue Verordnungen zu Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika verabschiedet. Diese sollen künftig unter anderem strenger......
31.03.17
Bundesgerichtshof verhandelt über Brustimplan­tate-Skandal
Karlsruhe – Der Prozess um Schmerzensgeld im Skandal um fehlerhafte Brustimplantate geht in eine neue Runde. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) von Februar will der......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige