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Medizin

Brustkrebs: Radiotherapie bei günstiger Prognose verzichtbar

Freitag, 13. Dezember 2013

Edinburgh – Die Behandlungsergebnisse beim Mammafrühkarzinom sind mittlerweile so gut, dass bei bestimmten Patientinnen auf eine postoperative Radiotherapie verzichtet werden könnte, die ansonsten nach einer brusterhaltenden Operation Standard ist. Die mit dieser Option verbundenen Risiken wurden in einer randomisierten Studie ausge­lotet, deren Ergebnisse auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellt wurden.

An der internationalen PRIME-II-Studie nahmen zwischen 2003 und 2009 insgesamt 1.326 Patienten im Alter von über 65 Jahren teil, deren Heilungschancen als sehr hoch eingestuft wurden, weil der Tumor kleiner als 3 Zentimeter war und bei der bruster­haltenden Operation ohne Tumornachweis in den Randschnitten entfernt werden konnte.

Es waren keine Lymphknoten befallen, die Tumore waren östrogenrezeptor-positiv und die Frauen waren zu einer endokrinen Therapie über 5 Jahre bereit. Das Team um Ian Kunkler vom Edinburgh Cancer Research Center randomisierte die Frauen auf zwei Gruppen, von denen nur eine die nach brusterhaltender Therapie als zwingend not­wendig erachtete Therapie erhielt.

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In der anderen Gruppe wurde die Radiotherapie für den Fall reserviert, dass es tat­sächlich zu einem Lokalrezidiv gekommen ist. Die Behandlungsergebnisse waren, wie erwartet, exzellent: Von den Frauen, die die Standardtherapie erhalten haben, lebten nach 5 Jahren noch 97 Prozent. Aber auch in der Vergleichsgruppe, in der auf die postoperative Radiotherapie verzichtet worden war, war die 5-Jahres-Überlebensrate mit 96,4 Prozent nicht signifikant schlechter.

Der Verzicht auf die Radiotherapie war allerdings häufiger mit einem ipsilateralen Brust­krebsrezidiv verbunden (4,1 versus 1,3 Prozent), wie Kunkler einräumt. Den Frauen ohne primäre Radiotherapie stand in dieser Situation allerdings noch die Möglichkeit einer Bestrahlung offen, die nach einer Standardbehandlung kein zweites Mal durch­geführt werden kann.

Das brustkrebsfreie Überleben nach 5 Jahren war nach dem Verzicht auf die primäre Radiotherapie mit 96,4 Prozent gegenüber 98,5 Prozent nach der Standardtherapie zwar etwas schlechter – der Unterschied war signifikant. Doch dieses Risiko müsse gegen die Strapazen der primären Radiotherapie abgewogen werden, zu der die Frauen über drei bis vier Wochen regelmäßig anreisen müssen und die mit Strahlenschäden verbunden ist, findet Kunkler. Der schottische Onkologe weist aber darauf hin, dass die Ergebnisse nur für Patientinnen gelten, die die Einschlusskriterien der Studie erfüllen. © rme/aerzteblatt.de

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Aetzend
am Freitag, 13. Dezember 2013, 12:25

Irreführender Titel

Um es kurz zu machen: Der Nachbeobachtungszeitraum ist völlig unzureichend. Jeder, der sich in der Materie auskennt, weiss, das die Überlebenskurven verschiedener Therapieansätze (auch bzgl. der Radiotherapie) beim Mammakarzinom erst nach bis zu 15 Jahren auseinandergehen. Die gemäss Ihrer Darstellung bislang zu treffenden Aussagen sind lediglich 1., dass die Überlebenskurven nach 5 Jahren noch keine Unterschiede zeigen, aber 2. nach diesem Zeitraum bereits dreimal(!) so viele Lokalrezidive in der nicht bestrahlten Gruppe aufgetreten sind (welche selbst ein Ursprungsort für eine bis dahin womöglich nicht aufgetretene Fernmetastasierung sein können - der Tod tritt dann naturgemäss erst mit Verzögerung ein). Eine Formulierung, die adjuvante Strahlenbehandlung sei quasi zwangsläufig mit "Strapazen" und "Strahlenschäden" verbunden, kann so ebenfalls nicht hingenommen werden - von den Strapazen und Schäden infolge des Krankheitsrezidivs ganz zu schweigen. Eine Berechtigung, den Patientinnen eine demnach weiterhin als erforderlich zu erachtende, kurative Behandlungsoption vorzuenthalten, ergibt sich daher aus diesen Daten bislang nicht.
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