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Ausland

Sterbehilfe für Minderjährige in Belgien rückt näher

Freitag, 13. Dezember 2013

Brüssel – Der belgische Senat hat gestern Abend einen weiteren Schritt zur Ausweitung aktiver Sterbehilfe auf Minderjährige gemacht. Das Plenum votierte mit 50 zu 17 Stimmen für einen entsprechenden Gesetzentwurf. Er muss nun noch der zweiten Kammer, der Abgeordnetenkammer, zur Abstimmung vorgelegt werden. Seine Unter­stützer hoffen auf eine Verabschiedung des Gesetzes vor der Parla­mentswahl im Mai.

Seit Mitte Februar diskutiert der Senat über die Ausweitung aktiver Sterbehilfe auf Minderjährige und Demenzkranke. Vertreter fast aller Parteien stehen dem positiv gegenüber. Ablehnung kommt von französisch- und flämischsprachigen Christdemo­kraten, die der Regierungskoalition angehören.

Religionsvertreter lehnen die Pläne entschieden ab. In einer gemeinsamen Erklärung äußerten die großen christlichen Kirchen, Muslime und Juden ihre „große Sorge über eine Banalisierung“ von Sterbehilfe. Wörtlich heißt es: „Wir dürfen die Ausführung einer Tat, die den Tod zur Folge hat, nicht verharmlosen.“

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Aktive Sterbehilfe ist in Belgien seit 2002 unter bestimmten Umständen gestattet. Laut geltendem Gesetz muss ein unheilbar kranker volljähriger Patient im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte den Wunsch zu sterben „freiwillig, überlegt und wiederholt“ geäußert haben. Zudem darf keine Hoffnung auf Linderung bestehen und die Krankheit muss ein Weiterleben für den Kranken „körperlich oder psychisch unerträglich“ machen.

2012 gab es mit 1.432 einen Höchststand an Fällen, in denen Belgier aktive Sterbehilfe in Anspruch nahmen. Diese machen rund zwei Prozent aller gemeldeten Todesfälle aus.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte den Beschluss als „traurige Bankrott­erklärung“. Seit der Legalisierung der Sterbehilfe im Jahr 2002 seien die zunächst deklarierten „engen Grenzen“ immer weiter gelockert worden. „Erst waren es wenige, schwerstkranke Erwachsene, die unerträglich leiden, dann Demenzkranke, nun unheilbar kranke und leidende Minderjährige“, erklärte Vorstand Eugen Brysch.

Das zeige sich auch in den jährlichen Zuwachsraten von Menschen, die Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollten. „Was Menschen in einer solchen Situation brauchen ist professionelle Hilfe, Begleitung und Beistand“, erklärte Brysch. „Stattdessen wird der Gesellschaft suggeriert, dass Töten eine Lösung ist.“ © kna/aerzteblatt.de

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