NewsPolitikPreismoratorium für Arzneimittel wird zunächst fallen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Preismoratorium für Arzneimittel wird zunächst fallen

Freitag, 13. Dezember 2013

dpa

Berlin – Die Umsetzung der Pläne von Union und SPD, das Preismoratorium für patent­geschützte Medikamente beizubehalten und den Herstellerrabatt bei Arzneimitteln von ursprünglich sechs auf sieben Prozent anzuheben, verzögern sich. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete, habe das Kanzleramt die entsprechenden Vorhaben infolge terminlicher Schwierigkeiten gestoppt. Damit die Regelung zum Jahresanfang 2014 greifen kann, hätte ein Gesetz bis zum Jahresende verabschiedet werden müssen. Da die Regierungsbildung sehr lange gedauert habe, bleibe dafür jedoch nicht mehr ausreichend Zeit, so die Zeitung.

Bei der Vereinbarung im Koalitionsvertrag zum Preisstopp und zu Zwangsrabatten bei Pharmaprodukten handle es sich um eine „hochkomplexe Regelung“, die einen „gewissen zeitlichen Vorlauf“ brauche, kommentierte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Er betonte, dass die künftige Bundesregierung mit der Umsetzung der Pläne beginnen werde, „wenn der Koalitionsvertrag endgültig unterschrieben sein wird“.

Anzeige

Eine Sprecherin des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums ergänzte: „Wir reden jetzt nicht von einem Stopp möglicher Vorhaben, sondern eventuell von einer Verzögerung.“ Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn (CDU), bekräftigte das Festhalten an den Plänen. An der Umsetzung bestehe „kein Zweifel“. Wichtig sei dabei aber ein „rechtlich einwandfreies Verfahren“.

Die bisherige Regelung läuft zum Jahresende aus. Mit dem Ende des Preismoratoriums können die Pharmaunternehmen dann erstmals seit 2010 die Preise für patent­geschützte Arzneimittel wieder erhöhen; zugleich wird der Herstellerrabatt von aktuell 16 Prozent dann auf sechs, statt auf sieben Prozent fallen. © fos/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

30. Juni 2020
Foster City/Kalifornien – Der Hersteller Gilead hat den Preis für Remdesivir bekannt gegeben. Das erste Virustatikum, für das in klinischen Studien eine – wenn auch begrenzte – Wirksamkeit gezeigt
Hersteller nennt Preise für Remdesivir in den USA
17. Februar 2020
Berlin – Mit der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) haben heute weitere Ärzte auf das Vorgehen von Avexis (Novartis) im Rahmen eines globalen
Weitere Mediziner kritisieren Verlosung von lebensrettendem Medikament
12. Februar 2020
Berlin – Neuartige Arzneimitteltherapien mit Kosten von rund zwei Millionen Euro wie im Fall der Gentherapie Zolgensma beeinträchtigen zunehmend die Balance zwischen den Interessen der
Hochpreisige Arzneimittel befeuern Diskussion um Kosten-Nutzen-Bewertung
6. Februar 2020
Freiburg – In der Diskussion um das 1,9 Millionen Euro teure Gentherapeutikum Zolgensma sieht der Freiburger Medizinethiker Giovanni Maio die Politik am Zug. Es gelte, neue rechtliche Rahmenbedingung
Medizinethiker ruft Politik auf, Medikamentenpreise zu deckeln
27. Januar 2020
Berlin – Das im Koalitionsvertrag von Union und SPD angestrebte Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Arzneimittel wird nicht kommen. Das hat Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) heute in
Spahn hält am Versand verschreibungspflichtiger Arzneimittel fest
10. Januar 2020
Berlin – In der Debatte um Lieferengpässe bei Medikamenten macht sich der Apothekerverband ABDA erneut für eine verstärkte Arzneimittelproduktion in Europa stark. „Auf längere Sicht sollten
Apotheker für Produktion von Arzneimitteln in der EU
19. Dezember 2019
Frankfurt – Für das Zwei-Millionen-Euro teure Gentherapeutikum Zolgensma will Novartis/Avexis ein globales Härtefallprogramm anbieten, das alle Länder weltweit umfasst, in denen Onasemnogene
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER