NewsMedizinGlioblastom: Schwere Leberschäden durch Zytostatikum Temozolomid
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Glioblastom: Schwere Leberschäden durch Zytostatikum Temozolomid

Freitag, 13. Dezember 2013

Bonn – Das alkylierende Zytostatikum Temozolomid, das zur Behandlung des Glioblas­tom zugelassen ist, kann schwere Leberschäden bis hin zum Organversagen auslösen. Die Hersteller raten zu einer regelmäßigen Kontrolle der Leberfunktion. Die Arznei­mittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) hatte bereits 2011 über einen Fall von Leberversagen mit Todesfolge im Zusammenhang mit Temozolomid berichtet.

Auch in den bisherigen Fachinformationen fand sich ein Hinwies auf einen möglichen Anstieg von Leberenzymen, Hyperbilirubinämie, Cholestase und Hepatitis. Auf potenzielle tödliche Leberschäden wurde jedoch bisher nicht hingewiesen. Eine Überprüfung aller weltweit gemeldeten Fälle ergab jetzt jedoch insgesamt 44 Fälle mit Leberschäden einschließlich einem letalen Leberversagen bei Patienten, die Temozolomid erhielten.

Anzeige

Die tödlichen Zwischenfälle ereigneten sich laut dem Rote-Hand-Brief der Hersteller etwa 42 bis 77 Tage nach Beginn der Temozolomid-Behandlung. Bei den nicht tödlich verlaufenden Fällen seien bis zu 112 Tage bis zur Diagnose der Lebertoxizität vergangen.

Die Therapie wird deshalb künftig an eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte gebunden. Der erste Test soll vor und nach jedem Behandlungszyklus und bei einer 42-tägigen Behandlung zusätzlich in der Mitte des Behandlungszyklus erfolgen. Bei  deutlich abnormen Leberwerten wird den Ärzten geraten, den Nutzen sorgfältig gegen das Risiko einer Behandlung abzuwägen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

7. Juli 2020
Karlsruhe/Bottrop – Im Skandal um jahrelang gestreckte Krebsmedikamente hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Haftstrafe gegen einen Apotheker aus dem Ruhrgebiet bestätigt. Der BGH in Karlsruhe lehnte
Krebsmedikamente gestreckt: Urteil gegen Apotheker rechtskräftig
2. Juli 2020
Oakland/Kalifornien – Werden die Risiken von Makrolid-Antibiotika weiter unterschätzt? Obwohl seit langem bekannt ist, dass die Mittel über eine Verlängerung des QT-Intervalls das Risiko auf tödliche
Studie: Azithromycin kann Herz-Kreislauf-Todesfälle provozieren
16. Juni 2020
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat ihre Erlaubnis zum klinischen Einsatz von Hydroxychloroquin/Chloroquin bei Patienten mit COVID-19 widerrufen. Damit dürfen die Malaria- und
COVID-19: FDA widerruft Genehmigung zum Einsatz von Hydroxychloroquin/Chloroquin
15. Juni 2020
Chicago − Patienten mit intrazerebralen kavernösen Angiomen, einem häufigen Zufallsbefund in CT/MRT und eine seltene Ursache von Hirnblutungen, haben häufig Störungen der Darmflora, die
Studie: Darmbakterien könnten die Bildung von Kavernomen im Gehirn fördern
9. Juni 2020
Amsterdam – Das US-Pharmaunternehmen Gilead hat offiziell die begrenzte Zulassung von Remdesivir als Mittel gegen COVID-19 auf dem europäischen Markt beantragt. Das teilte die Europäische
Remdesivir: Europäische Zulassung gegen COVID-19 beantragt
8. Juni 2020
Oxford – Das Malariamittel Hydroxychloroquin hat erneut die Erwartungen nicht erfüllt. Die britische Gesundheitsbehörde MHRA brach in der letzten Woche eine größere randomisierte Studie an Patienten
COVID-19: Hydroxychloroquin bleibt in randomisierter RECOVERY-Studie ohne Wirkung
5. Juni 2020
Boston und London – Zwei Tage nachdem der Lancet und das New England Journal of Medicine, 2 international führende medizinische Fachzeitschriften, die Überprüfung von 2 „Big-Data“-Studien angekündigt
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER