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Medizin

Schädelhirntrauma: Diät könnte Schlafstörungen lindern

Freitag, 13. Dezember 2013

Portland – Ein Nahrungsergänzungsmittel aus verzweigtkettigen Aminosäuren hat in einer tierexperimentellen Studie in Science Translational Medicine (2013; 5: 215ra173) die Schlafstörungen gelindert, zu denen es auch beim Menschen nach einem Schädelhirntrauma kommt.

Die verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin gehören zu den essenziellen Aminosäuren, die der Mensch mit der Nahrung aufnehmen muss. Der Stoffwechsel benötigt sie unter anderem für die Synthese von Neurotransmittern wie GABA, was das Interesse der Hirnforscher auf die verzweigtkettigen Aminosäuren gelenkt hat, die als Nahrungsergänzungsmittel unter anderem bei Sportlern beliebt sind.

Das Team um Miranda Lim von der Oregon Health and Science University in Portland hat die Therapie jetzt in einem Mäusemodell des Schädelhirntraumas untersucht. Die Tiere zeigen – wie Lim zufolge auch bis zu 72 Prozent aller Patienten nach einem Schädel­hirntrauma – Schlafstörungen, die die Lebensqualität der Patienten herabsetzen und häufig die Rehabilitation erschweren.

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Die Therapie verlängerte bei den Mäusen die Wachphasen, die nach einem Schädelhirn­trauma verkürzt waren. Die Forscher schließen aus den längeren Wachphasen auf einen besseren Schlaf der Tiere mit einer Abnahme der Tagesmüdigkeit. Im Gehirn der Tiere war die Diättherapie mit einer verbesserten Aktivierung der Orexin-Neurone verbunden, die im Hypothalamus an der Regulation des Schlafrhythmus beteiligt sind.

Lim deutet die Ergebnisse als prinzipiellen Beweis dafür, dass eine Diätbehandlung Patienten mit Schädelhirntrauma nutzen könnte. Der Beweis hierfür könne allerdings nur in einer klinischen Studie erbracht werden. Bevor dieser nicht durchgeführt wurde, gibt es für Lim keinen Grund, Nahrungsergänzungsmittel aus verzweigtkettigen Aminosäuren bei Patienten mit Schädelhirntrauma einzusetzen. © rme/aerzteblatt.de

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