Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Oberstes britisches Gericht berät über Sterbehilfe

Montag, 16. Dezember 2013

London – Großbritanniens Oberstes Gericht will klären, ob das Verbot eines ärztlich assistierten Suizids gegen den menschenrechtlichen Schutz des Privatlebens verstößt. Konkret geht es um zwei Kläger, die zuvor vor einem Berufungsgericht gescheitert waren. Für die heute beginnende Verhandlung hat der Supreme Court in London nach eigenen Angaben vier Tage angesetzt. Über die Fälle beraten neun statt der üblichen fünf Richter. Mit einem Urteil wird erst zu einem späteren Zeitpunkt gerechnet.

Im Juli hatte der Berufungsgerichtshof ein früheres Urteil des obersten Zivilgerichts bestätigt, das dem zwischenzeitlich verstorbenen Tony Nicklinson ein Recht auf Sterbehilfe bestritt. Der Mann aus der südwestenglischen Grafschaft Wiltshire war seit 2005 vom Hals abwärts gelähmt und kämpfte vor Gericht um die Möglichkeit einer Selbsttötung mit ärztlichem Beistand. Im August 2012 starb er im Alter von 58 Jahren eines natürlichen Todes. Seine Witwe führt den Prozess seitdem fort.

Im gleichen Berufungsverfahren wurde auch die Klage von Paul Lamb aus der nordenglischen Stadt Leeds abgewiesen, der seit einem Autounfall vor 23 Jahren vom Hals abwärts gelähmt ist und für einen Suizid auf fremde Hilfe angewiesen wäre.

Erfolg hatte vor dem Berufungsgericht im Juli hingegen ein dritter Kläger mit der Forderung nach weiterer rechtlicher Klärung zu Sterbehilfe im Ausland. Der Mann möchte wissen, ob es legal ist, wenn Ärzte oder Pflegekräfte einen sterbewilligen Patienten außerhalb Großbritanniens begleiten, um ihn dort mit Hilfe einer entsprechenden Organisation assistierten Suizid verüben zu lassen.

Beihilfe zum Suizid ist in Großbritannien ein Straftatbestand, der mit bis zu 14 Jahren Haft belegt werden kann. Laut britischen Medien sind bislang schätzungsweise 200 todkranke Briten in die Schweiz gereist, um dort ihr Leben zu beenden. Keiner der begleitenden Angehörigen sei dafür rechtlich belangt worden.kna

© kna/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

19.05.17
London – Drei Wochen vor der Parlamentswahl in Großbritannien hat die konservative Partei von Premierministerin Theresa May eine starke Beschränkung der Einwanderung angekündigt. Statt einiger......
18.05.17
Staatliche Suizidbeihilfe: BfArM und BMG prüfen Urteilsbegründung des Bundesverwaltungs­gerichts
Leipzig – Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Anfang März entschieden (Az.: BVerwG 3 C 19.15), dass der Staat Patienten in extremen Ausnahmefällen den Zugang zu einem tödlichen Medikament......
16.05.17
Bradford – Die Labour-Partei will mehr Geld in das staatliche Gesundheitssystem NHS (National Health System), das in einer tiefen Krise steckt, pumpen und lange Wartezeiten verkürzen. Das geht aus dem......
15.05.17
Berlin – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) wird sich bald mit Anträgen sterbewilliger Patienten befassen müssen, die von der Behörde die Abgabe tödlicher Medikamente......
03.05.17
Berlin – Der Präsident der Bundes­ärzte­kammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, hat mehr Kreativität gefordert, um Lücken bei der medizinischen Versorgung auf dem Land zu schließen. „Wir brauchen......
13.04.17
Den Haag – Mehr als 6.000 Menschen sind in den Niederlanden 2016 durch aktive Sterbehilfe gestorben. Das sind rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Das geht aus dem Jahresbericht der zuständigen......
12.04.17
London – Ein Gericht in Großbritannien hat gegen den Willen der Eltern einen Behandlungsstopp für ein todkrankes Baby angeordnet. Das Gericht folgte damit gestern einem Antrag der Ärzte des......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige