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Medizin

Schwere Hautreaktionen unter Xeloda

Montag, 16. Dezember 2013

Bonn – Das Zytostatikum Capecitabin (Xeloda), das zur Behandlung  von Magen-, Darm- und Brustkrebs eingesetzt wird, hat in sehr seltenen Fällen schwere Hautreaktionen ausgelöst. Darunter waren laut einem Rote-Hand-Brief des Herstellers ein Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und eine toxische epidermale Nekrolyse (TEN), die in manchen Fällen tödlich verliefen.

Hautreaktionen sind bei Capecitabin, das Anfang 2001 in Deutschland eingeführt wurde, häufig. Mehr als 10 Prozent der Patienten erkranken an einem Hand-Fuß-Syndrom (palmoplantare Erythrodysästhesie) oder einer Dermatitis. Ausschlag, Alopezie, Erythem und trockene Haut sind ebenfalls häufige Reaktionen unter Xeloda. Viele Patienten klagen auch über Pruritus, lokalisierte Exfoliation, Hyperpigmentierung der Haut, Lichtempfindlichkeitsreaktionen und strahleninduzierte Reaktionen (Radiation-Recall-Syndrome). Diese Reaktionen gefährden aber in der Regel nicht das Leben der Patienten und erfordern nicht unbedingt das Absetzen von Capecitabin.

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Dagegen muss die Therapie bei dem leisesten Verdacht auf ein SJS oder eine TEN sofort beendet werden. SJS und TEN sind sehr selten. Der Hersteller gibt die Häufigkeit mit weniger als 1 von 10.000 Patienten an. Die Komplikationen beginnen mit einem generalisierten erythematösen Ausschlag. Aus den Makulae entwickeln sich schnell Blasen und Ablösungen. Zu den Frühwarnsymptomen zählen eine Lichtscheu (Photophobie) sowie Symptome von Infektionen der oberen Atemwege und Fieber.

Da ein frühzeitiges Absetzen des Medikaments Morbidität und Mortalität von SJS und TEN vermindern, muss das medizinische Fachpersonal um die Möglichkeit der Komplikation wissen. Der Hersteller fordert die Ärzte außerdem auf, die Patienten zu informieren, da diese das oral verfügbare Mittel ohne Aufsicht einnehmen. Diese sollten sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sich Symptome einer schweren Hautreaktion zeigen. © rme/aerzteblatt.de

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