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Medizin

Adipositas: Schwache Wirkung von Metformin bei Kindern

Dienstag, 17. Dezember 2013

Portland – Das orale Antidiabetikum Metformin, das Diabetologen bei Erwachsenen unter anderem aufgrund der günstigen Wirkung auf das Körpergewicht bevorzugen, ist kein geeignetes Gegenmittel gegen die derzeitige Adipositas-Welle bei Kindern und Jugendlichen. Laut einer Studienübersicht in JAMA Pediatrics (2013; doi:10.1001/jamapediatrics.2013.4200) fällt die Reduktion des Körpergewichts eher bescheiden aus.

Jedes dritte Kind in den USA ist übergewichtig, jedes sechste wird sogar als fettleibig eingestuft. Experten warnen vor den Spätfolgen. Zu ihnen gehört ein Typ 2-Diabetes, an dem einige Kinder bereits im Jugendalter erkranken. Metformin gilt derzeit als mögliches Mittel, wenn Diät und Sport erfolglos bleiben, was eher die Regel denn die Ausnahme ist. Metformin darf (auch in Deutschland) ab dem Alter von 10 Jahren eingesetzt werden. Die offizielle Indikation ist zwar ein Typ 2-Diabetes, doch viele US-Ärzte verordnen Metformin „Off-label“ an fettleibige Kinder und Jugendliche.

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Die Wirkung sollte nach Ansicht von Marian McDonagh von der Oregon Health & Science University in Portland/Oregon nicht überschätzt werden. Die Epidemiologin hat die Daten von 14 klinischen Studien mit insgesamt 946 Kindern und Jugendlichen ausgewertet, die es zu Beginn der Studie auf einen Body-Mass-Index (BMI) von 26 bis 41 gebracht hatten.

Allen Teilnehmern wurde eine Lebensstilintervention angeboten, ein Teil nahm zusätzlich Metformin ein. Das Antidiabetikum steigerte zwar die Wirkung der Lebensstilintervention, die Auswirkungen waren aber gering. McDonagh gibt sie mit durchschnittlich 1,38 Einhei­ten auf der BMI-Skala an. Bei einigen adipösen Kindern könnte Metformin vielleicht die Gewichtsreduktion unterstützen, schreibt McDonagh, bei den meisten bleibe die Wirkung aber wohl unter dem 5-Prozent-Ziel zurück, das allgemein für Diätmedikamente ange­geben wird.

Immerhin scheinen schwere Nebenwirkungen ausgeblieben zu sein. Am meisten gefürchtet wird bei Metformin eine Laktatazidose, die in den Studien in keinem Fall auftrat. Am häufigsten klagten die Kinder und Jugendlichen (wie erfahrungsgemäß auch die Erwachsenen) über gastrointestinale Beschwerden. Die Abbruchrate war mit 1,6 Prozent niedrig. Metformin scheint demnach von den jungen Patienten gut vertagen zu werden, die erhoffte Wirkung bleibt jedoch häufig aus. © rme/aerzteblatt.de

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