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Versorgung mit Stroke-Units fast flächendeckend

Mittwoch, 18. Dezember 2013

dpa

Gütersloh/Berlin/Görlitz – Deutschland verfügt über eine fast flächendeckende Versor­gung von Schlaganfallpatienten mit Stroke Units. „Ich gehe davon aus, dass mittlerweile über 70 Prozent aller akuten Schlaganfälle in Deutschland auf von uns zertifizierten Stroke Units behandelt werden“, sagt Otto Busse, Generalsekretär der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) anlässlich der 250. Stroke-Unit-Zertifizierung im Städtischen Klinikum Görlitz. Berücksichtige man jene Patienten, die für eine Behandlung auf einer Stroke Unit nicht in Frage kommen – zum Beispiel intensivpflichtige Patienten – kommt die Abdeckung seiner Einschätzung nach „dem Optimum schon sehr nah“.

Die Spezialisierung der Schlaganfall-Behandlung begann laut der DSG mit der Eröffnung der ersten deutschen Stroke Unit 1994 in Essen. Heute stehen rund 1.700 Monitor-Betten in Deutschland für die akute Behandlung des Schlaganfalls zur Verfügung.

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Seit mehr als zehn Jahren ist die Zertifizierung von Stroke Units in Deutschland ein anerkanntes Verfahren zur Qualitätssicherung. Die DSG und die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe haben dafür einen Kriterienkatalog entwickelt. So muss beispielsweise ein Neurologe 24 Stunden vor Ort sein und zur Diagnostik muss ein Computertomograph inklusive speziell geschultem Fachpersonal rund um die Uhr verfügbar sein. Die Zertifizierungen müssen in regelmäßigen Abständen wiederholt werden.

Rettungsdienste und Notärzte steuern heute bei Schlaganfall-Verdacht in der Regel die nächstgelegene Stroke Unit an. Ausnahmen kann es in dünn besiedelten Regionen geben, in denen der Weg in eine Spezialklinik weit sein kann. Für diese Zwecke wurde das Konzept der telemedizinischen Stroke Units entwickelt, die mittlerweile ebenfalls zertifiziert werden. Beim akuten Schlaganfall erfolgen in sogenannten Beratungszentren die neurologische Untersuchung und radiologische Diagnostik durch eine unmittelbare Videokonferenz mit sofortiger Therapieentscheidung.

Die Ausweitung des Netzes von Stroke Units schlägt sich auch in Zahlen nieder: „Beispielsweise hat sich in Bayern der Anteil der Schlaganfall-Patienten ohne Hirnblutungen, bei denen eine Lysetherapie erfolgt, im Zehn-Jahres Vergleich von drei Prozent auf fast 16 Prozent mehr als verfünffacht, während die Gesamtkom­plika­tionsraten von 26 Prozent auf 15 Prozent sanken“, sagt Peter Hermanek, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schlaganfallregister. © hil/aerzteblatt.de

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