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Medizin

Opioid lindert Rest­less-Legs-Syndrom

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Kassel/Berlin – Patienten mit Restless-Legs-Syndrom (RLS), denen die Standard­arzneien nicht helfen, profitieren von einer opioidhaltigen Wirkstoffkombination. Auf eine in Lancet Neurology erschienene entsprechende Studie hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) hingewiesen (doi:10.1016/S1474-4422(13)70239-4).

Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) zählt mit einer altersabhängigen Prävalenz von drei bis zehn Prozent der Bevölkerung zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Es ist charakterisiert durch einen erheblichen Bewegungsdrang vor allem der Beine, der in Ruhesituationen auftritt und nachts besonders ausgeprägt ist. Erste Wahl ist weltweit die Therapie mit Dopaminagonisten, die jedoch nicht allen Patienten ausreichend helfen können.

Claudia Trenkwalder, Chefärztin der Paracelsus-Elena-Klinik in Kassel, hat daher eine Studie initiiert, bei der 306 Patienten in 55 Zentren Österreichs, Deutschlands, Spaniens und Schwedens zwei Mal täglich entweder Oxycodon-Naloxon mit verzögerter Frei­setzung erhielten oder ein Placebo. Die Untersuchung, die vom Hersteller der Arznei finanziert wurde, ist die erste große Doppelblind-Studie zur Wirkung von Opioiden beim RLS.

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Bei den Patienten der Studie hatten Dopaminergika nicht geholfen, um die Beschwerden deutlich zu lindern. Im Mittel hatten sie bereits 10,3 Jahre an der Krankheit gelitten, fünf davon unter Therapie. Auf der 40 Punkte umfassenden RLS Study Group Severity Rating Scale war die Krankheit zu Beginn der Studie mit durchschnittlich 31,6 Punkten als sehr schwer eingestuft worden.

Nach zwölf Wochen hatte sich dieser Wert unter Oxycodon-Naloxon auf 15,1 Punkte („moderat“) gebessert, unter Placebo lediglich auf 22,1 Punkte („schwer“). „Die Wirkung von Oxycodon-Naloxon war somit deutlich stärker als die der meisten zugelassenen Arzneien gegen RLS“, schreibt Arthur Walter von der Vanderbilt University School of Medicine dazu in einem Kommentar in Lancet Neurology.

Die Untersuchung wurde nach zwölf Wochen um weitere 40 Wochen verlängert. In dieser zweiten Phase wurde allen Patienten die Studienarznei angeboten, wovon 197 Teilnehmer Gebrauch machten. Im Durchschnitt wurde die Krankheit nun mit 9,7 Punkten auf der RLS Study Group Severity Rating Scale bewertet und damit gerade noch als „mild“ eingestuft.

„Zusammenfassend ist die orale Gabe von Oxycodon-Naloxon mit verzögerter Frei­setzung eine Option für die kurz- und langfristige Therapie des RLS und könnte für jene Patienten eine besonders gute Wahl sein, die nicht auf andere Therapien ansprechen“, Walter im Lancet-Kommentar.  © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #716548
praxis@blumenstein.de
am Montag, 16. Oktober 2017, 21:01

Zuifall oder nicht... das teuerste Opiat für RLS

Mit der genannten Kombi kommen viele Patienten aus dem Krankenhaus. trotz der Kombination brauchen sie regelmäßig Laxantien wie z. B. Movicol. Das Abhängigkeitsproblem sehe ich bei Oxycodon als extrem vorhanden, weit mehr als bei unproblematischeren Opiaten wie z.B. Hydromorphon, die auch und gerade bei Älteren mehr Sicherheit bieten Der Beitrag bietet nichts neues, schon vor 10 Jahren gab es eine Therapiekaskade: L-Dopa, Benzodiazepine, Opiate. Jeweils Eskalation, wenn die vorausgegangene Stufe nicht ausreichend wirksam war. Aber warum das so ziemlich problematischste und überteuerte Opiat nehmen? Die Kaskade sollte individuell gesehen werden, z.B. Benzodiazepinverzicht bei Sturzgefährdung, da wäre Buphrenorphin vorzuziehen, das komischerweise Stürze eher verhindert.
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