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Medizin

Magnetresonanz­spektroskopie erleichtert Risikoabschätzung von herzinsuffizienten Patienten

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Baltimore – Die Prognose von Patienten mit nicht-ischämischer Herzinsuffizienz könnte zuverlässig mit einer Messung der ATP-Regeneration in den Herzmuskelzellen bestimmt werden. Die Arbeitsgruppe um Robert Weiss an der Johns Hopkins University machte sich das Verfahren der Magnetresonanzspektroskopie zunutze, um mögliche Störungen des Stoffwechsels in den Zellen darzustellen. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in Science Translational Medicine (http://dx.doi.org/10.1126/scitranslmed.3007328 ).

Das Risiko für klinische Ereignisse von herzinsuffizienten Patienten wird durch verschiedene Parameter ermittelt wie dem NYHA-Stadium, der Ejektionsfraktion des linken Ventrikels und auch dem ethnischen Hintergrund. Dennoch entspricht der tatsächliche klinische Verlauf nach Angaben der Wissenschaftler nicht immer dem prognostizierten Risiko.

Die Arbeitsgruppe untersuchte in ihrer Studie, ob möglicherweise Veränderungen des Stoffwechsels in den Muskelzellen eine spezifischere Aussage ermöglichen. Mit Hilfe der Magnetresonanzspektroskopie (MRS) stellten die Wissenschaftler die Regenerationsrate des Energieträgers ATP durch das Enzym Creatinkinase dar.

Bei 58 Patienten mit einer nicht-ischämischen Herzinsuffizienz maßen die Wissen­schaftler die Regenerationsrate des ATP im Herzmuskel. Nach einem durchschnittlichen Follow-up von 4,7 Jahren verglichen sie klinische Ereignisse wie Transplantationen, Hospitalisierung oder Herzversagen mit der zuvor gemessenen Stoffwechselaktivität. Eine Erniedrigung der ATP-Regeneration führte signifikant häufiger zum Eintreten dieser Ereignisse. Weiterhin erwies sich die verringerte ATP-Regeneration als unabhängiger Risikofaktor vom NYHA-Stadium, der Ejektionsfraktion und dem ethnischen Hintergrund.

Die Wissenschaftler möchten mit der Magnetresonanzspektroskopie insbesondere solche Patienten identifizieren, die sich zwar klinisch initial mit einer milden Herzin­suffizienz präsentieren, aber trotzdem eine ungünstige Prognose besitzen. © hil/aerzteblatt.de

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