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Ambulante spezialfachärztliche Versorgung: Erstes Behandlungskonzept für Tuberkulose liegt vor

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Berlin – Patientinnen und Patienten mit Tuberkulose oder atypischer Mykobakteriose können künftig nach bestimmten Vorgaben ambulant spezialfachärztlich in Kliniken und Praxen versorgt werden. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) heute in Berlin. Die erste sogenannte Konkretisierung der Richtlinie ambulante spezialfachärztliche Versorgung (ASV-RL) umfasst die erforderliche Diagnostik, Behandlung und Beratung dieser Patienten sowie die personellen, sach­lichen und organisatorischen Anforderungen an die Vertragsärzte und Krankenhäuser, die diese Versorgung anbieten.

Der G-BA weist darauf hin, dass die entsprechenden Leistungen nach Inkrafttreten des Beschlusses ab Frühjahr 2014 zulasten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) erbracht werden können.

Der Richtlinie zufolge setzt sich das Kernteam zur ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung von Tuberkulose-Patienten aus einem Lungenfacharzt, einem Internisten mit Zusatz-Weiterbildung Infektiologie, einem Facharzt für Mikrobiologie sowie – sofern Kinder und Jugendliche behandelt werden – zusätzlich einem Kinderarzt zusammen. „Es können sich auch gemischte ASV-Teams aus Vertragsärzten und Krankenhausärzten bilden“, sagte Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des zuständigen Unterausschusses.

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Nach Aussage von Klakow-Franck sind die Entscheidungen nicht nur für die Behandlung der Tuberkulose relevant, sondern weichenstellend für alle weiteren Konkretisierungen der ASV. „Dies betrifft zum Beispiel die Festlegung von Mindestmengen und den Ein- oder Ausschluss von bildgebenden Verfahren oder Laboruntersuchungen in den Behandlungsumfang der ASV“, so Klakow-Franck.

„Eine Beschreibung des Behandlungsumfangs auf Ebene der EBM-Gebührenpositionen durch den G-BA wäre zwar nicht zwingend erforderlich gewesen, wir haben uns im März jedoch grundsätzlich dazu entschlossen und seither so weit vorgearbeitet, dass das neue Versorgungsangebot so bald wie möglich Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen kann.“

An Tuberkulose erkrankte Menschen könnten sich mit dem Beschluss des G-BA nun auf gleiche Behandlungsbedingungen in den Praxen niedergelassener Fachärzte und im Krankenhaus verlassen, hieß es dazu aus der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

„Die ASV verbessert die Versorgung von Patienten mit seltenen Erkrankungen und ermöglicht den Vertragsärzten, diese Versorgung mitzugestalten“, sagte KBV-Vorstand Regina Feldmann. „Zudem ist eine engere Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärzten und Krankenhausärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gegeben. Davon profitieren die Patienten.“

KBV und Deutsche Krankenhausgesellschaft verhandelten derzeit mit den Kranken­kassen die Finanzierung des ersten ASV-Angebotes. „Jetzt gilt es, für jede schwere oder seltene Erkrankung ein passgenaues Konzept zu erstellen. Welche Spezialisten werden in den Kernteams benötigt, wie wird der Behandlungsumfang definiert oder welche besondere technische oder räumliche Ausstattung ist erforderlich? Das sind nur einige der vielen Fragen, die für jede neue Anlage geklärt werden müssen“, sagte Feldmann. Aktuell arbeitet der G-BA an der ASV-Anlage zu gastrointestinalen Tumoren. © hil/aerzteblatt.de

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