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Medizin

Malaria: Mutationen für Arte­misinin-Resistenz gefunden

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Paris – Französische Wissenschaftler haben eine genetische Ursache für die Resisistenz des Malariaerregers Plasmodium falciparum gegen das Standardmedikament Artemisinin gefunden. Die Studie in Nature (2013; doi: 10.1038/nature12876) stellt der Forschung einen Marker zur Verfügung, mit dem die Ausbreitung der resistenten Parasiten verfolgt werden kann.

Über fünf Jahre haben Frédéric Ariey vom Pasteur Institute in Paris und Mitarbeiter die Malaria-Parasiten eines Patienten aus Tansania immer wieder mit Artemisinin ausgesetzt, bis das Medikament seine Wirkung einbüßte. Danach verglichen sie das Erbgut der resistenten mit empfindlichen Plasmodien.

Immer wieder stieß das Team dabei auf Mutationen im Gen für das sogenannte Kelch-Protein K13. Seine Funktion im Stoffwechsel des Parasiten ist nicht bekannt, und auch die Frage, wie die Mutationen den Erreger vor dem Angriff von Artemisinin schützt, bleibt unbeantwortet.

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Fest steht aber, dass die Mutationen nicht nur im Labor gezüchtet werden können. Ariey wies sie auch bei resistenten Erregern von Patienten aus Kambodscha nach, die durch eine Behandlung mit Artemisinin nur verzögert oder gar nicht von ihrer Malaria tropica geheilt werden konnten. Die Untersuchungen zeigen, dass Mutationen im K13-Gen für einen Großteil der Resistenzen verantwortlich sind, die ab etwa 2000 im Bereich der Mekong-Regenwälder aufgetreten sind und sich langsam auszubreiten scheinen.

Nach den Befunden gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Mutationen, die es unwahrscheinlich machen, dass die Resistenzen in Kambodscha ein singuläres Ereignis sind. Die Malaria-Forscher befürchten vielmehr, dass der verbreitete Einsatz der artemisininbasierten Therapie, die von der Welt­gesund­heits­organi­sation empfohlen wird, auch in anderen Ländern früher oder später zum Auftreten von Resistenzen führt. Durch die Entdeckung der Mutationen kann jetzt aber gezielt nach resistenten Erregern gesucht werden. © rme/aerzteblatt.de

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