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Ausland

Ärzte ohne Grenzen kämpft gegen blinde Flecken in der Berichterstattung

Freitag, 20. Dezember 2013

Patienten im Krankenhaus von Batangafo im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik /Tom Koene

Berlin – „Ärzte ohne Grenzen“ hat eine Liste der vergessenen Krisen 2013 veröffentlicht. Damit möchte sie blinde Flecken in der Berichterstattung aufdecken, denn das Leid von Millionen Menschen in Konflikt- und Krisengebieten bleibe für die deutsche Öffentlichkeit weitestgehend unsichtbar, so die Hilfsorganisation.

„Zweifellos arbeiten viele Journalisten hart daran, auch über die Geschehnisse in Krisenregionen weltweit zu berichten“, sagte Frank Dörner, Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. „Doch Millionen Menschen, die durch Krieg und Gewalt vertrieben wurden, die ohne die einfachste medizinische Versorgung überleben müssen oder die keinen Zugang zu einer lebensverlängernden HIV-Behandlung haben, erhalten nicht die Beachtung, die sie verdienen.“

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Die Hilfsorganisation versucht deshalb, mit der veröffentlichten Liste auf das Ausmaß und die Schwere von Krisen und Konflikten hinzuweisen, die nicht in den Medien widergespiegelt werden. Für die Liste ließ die Organisation durch eine Medienbeo­bachtungsagentur Berichte in fünf wichtigen überregionalen Medien untersuchen, die von Anfang Januar bis Ende Oktober 2013 erschienen.

In dem Medienset waren drei große Tageszeitungen, ein Nachrichtenmagazin und ein Online-Medium. Dabei kam unter anderem heraus, dass über die Menschen im Königreich Swasiland die exemplarisch untersuchten Medien von Januar bis Ende Oktober 2013 insgesamt nur achtmal berichteten.

Dabei steckt das kleine Land mit 1,4 Millionen Einwohnern der Hilfsorganisation zufolge mitten in einer großen medizinischen Krise: Jeder vierte Erwachsene ist mit dem HI-Virus infiziert, das entspricht einem der höchsten Werte weltweit. Und nirgendwo auf der Welt gibt es prozentual mehr Menschen, die an Tuberkulose erkranken, immer häufiger auch an resistenten Formen. © hil/aerzteblatt.de

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