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Medizin

Impfstoff gegen H. pylori bei Mäusen erfolgreich

Freitag, 20. Dezember 2013

Helicobacter pylori im Elektronenmikroskop /CDC Janice Carr

Guangzhou – Chinesische Wissenschaftler haben einen oralen Impfstoff gegen Helico­bacter pylori entwickelt, der laut der Publikation in Clinical and Vaccine Immunology (2013; doi: 10.1128/CVI.00434-13) eine gute humorale und lokale Immunität erzielte und Mäuse vor einer Infektion mit dem Magenkeim schützte.

Die Hälfte aller Menschen sind mit H. pylori infiziert, in China sollen es sogar zwei Drittel der Bevölkerung sein. Das gram-negative Bakterium, das erst 1982 in Magenge­schwüren entdeckt wurde, kann nicht nur Gastritis und peptische Ulzera auslösen, es ist auch für Magenkarzinom und MALT-Lymphome verantwortlich und wird deshalb als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft. Die antibiotische Therapie einer Infektion ist komplex und häufig erfolglos. Sie schützt die Patienten zudem nicht vor erneuten Infektionen. Ein Impfstoff wäre deshalb wünschenswert, vor allem für Hochpräva­lenzländer wie China.

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Die Entwicklung hat sich als schwierig erwiesen, da ein erfolgreicher Impfstoff weniger eine systemische Immunität mit der Bildung von IgG-Antikörpern induzieren muss. Wichtiger ist ein lokaler Immunschutz durch IgA-Antikörper auf den Schleimhäuten. Einem Team von Wissenschaftlern der Südlichen Medizinischen Universität in Guangzhou (ehemals Kanton) scheint hier ein wichtiger Fortschritt gelungen zu sein.

Der Impfstoff besteht aus dem Bakterium Lactobacillus acidophilus, das die chinesischen Forscher mit dem Gen für Adhesin Hp0410 ausgerüstet haben, einem Oberflächen­protein von H. pylori. Das Milchsäurebakterium L. acidophilus, Bestandteil vieler Joghurts, ist für den Menschen ungefährlich, es widersteht zudem der Magensäure und der Gallensäure.

In den ersten tierexperimentellen Studien erhielten Mäuse über einen Zeitraum von drei Wochen insgesamt sieben Mal den oralen Impfstoff. Dies führte, wie Fan Hongying und Mitarbeiter berichten, nicht nur zu einem signifikanten Anstieg der IgG-Antikörpertiter im Blut. Auch auf der Schleimhaut waren IgA-Antikörper nachweisbar, die die geimpften Tiere vor einer späteren Infektion schützten.

Während in der Kontrollgruppe alle Tiere problemlos mit H. pylori infiziert werden konnten, wurde der Erreger bei keinem der zehn geimpften Mäuse in der Magen­schleimhaut nachweisbar. Auch die Urease- und Katalase-Tests blieben negativ. Hongying sieht in der Vakzine eine mögliche Basis für einen effektiven Impfstoff beim Menschen, der in China zu niedrigen Kosten produziert werden könnte. © rme/aerzteblatt.de

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