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Medizin

Schwangerschaft: Erdnüsse können Allergie vorbeugen

Freitag, 27. Dezember 2013

dpa

Boston – Die Gefahr, dass der Verzehr von Erdnüssen in der Schwangerschaft dem Feten schaden könnte, erscheint im Licht einer neuen prospektiven Studie in JAMA Pediatrics (2013; doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.4139) unbegründet. Der reichliche Verzehr in der Schwangerschaft könnte sogar eine Schutzwirkung erzielen.

Noch im Jahr 2000 riet die American Academy of Pediatrics Schwangeren vom Verzehr von Erdnüssen und anderen Nüssen ab, um eine frühzeitige Sensibilisierung des Kindes auf das häufige Nahrungsmittelallergen zu vermeiden (Pediatrics 2000; 106; 346-349). Neuere Studien zeigen jedoch, dass gerade die Meidung von Allergenen die Entwicklung einer Allergie fördern könnte. Hierfür spricht auch eine Auswertung der „Growing Up Today Study“, einem Ableger der Nurses’ Health Study II, die seit 1989 eine Kohorte von Kindern der US-Krankenschwestern begleitet.

Von 8.205 Kindern, deren Daten das Team um Michael Young vom Boston Children’s Hospital jetzt ausgewertet hat, erkrankten 140 an einer ärztlich bestätigten Allergie auf Erdnüsse oder Baumnüsse (Mandeln, Paranüsse, Cashews, Kastanien, Haselnuss, Macadamianuss, Pekannuss, Pistazien oder Walnüsse). Deren Mütter hatten während der Schwangerschaft nun nicht häufiger, sondern seltener die betroffenen Nüsse gegessen als Mütter von Kindern ohne Allergie.

Young ermittelt eine dosisabhängige inverse Assoziation, die bei einem Verzehr der Nüsse an mehr als 5 Gelegenheiten pro Monat mit einer Odds-Ratio von 0,31 und einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,13 bis 0,75 hochsignifikant war. Ob die Schutz­wirkung tatsächlich von der Exposition mit den Nuss-Antigenen ausgeht, lässt sich aus einer Beobachtungsstudie niemals sicher sagen.

Es könnte sein, dass Frauen, die gerne Nüsse essen, auch in anderen Bereichen Lebensweisen haben, die ihre Kinder vor Allergien schützen. Die Studie bedeutet auch nicht, dass allen Schwangeren zum Verzehr von Nüssen geraten werden kann. Frauen, die selbst allergisch sind, sollten auch während der Schwangerschaft vorsichtig sein - zum einen, um sich selbst vor allergischen Reaktionen zum schützen.

Zum anderen deuten die Ergebnisse von Young darauf hin, dass das Allergierisiko ihrer Kinder erhöht sein könnte. Die Odds Ratio von 2,62 war aber bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,74 bis 9,27 nicht signifikant, so dass in dieser Frage keine sicheren Aussagen möglich sind. © rme/aerzteblatt.de

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