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Medizin

Xerophthalmie: Wie ein Antibiotikum die Augen befeuchtet

Freitag, 27. Dezember 2013

Boston – Augentropfen mit dem Antibiotikum Azithromycin sind ein beliebtes Off-Label-Mittel zur topischen Behandlung der Xerophthalmie. Eine Studie in JAMA Ophthalmology (2013; doi: 10.1001/jamaophthalmol.2013.6030) klärt jetzt den Wirkungsmechanismus.

Azithromycinhaltige Augentropfen sind eigentlich nur in der Indikation bakterielle Bindehautentzündung zugelassen. Immer häufiger werden sie jedoch zur Behandlung trockener Augen eingesetzt. Die Ursache der Xerophthalmie ist meistens eine Funktionsstörung der Meibom-Drüsen.

Diese unscheinbaren Talgdrüsen in den Augenlidern produzieren ein fettiges Sekret, das den Tränenfilm über Konjunktiva und Cornea stabilisiert. Ohne das Sekret der Meibom-Drüsen kommt es zu Lücken im Tränenfilm, die ein Fremdkörpergefühl auslösen, das als Augentrockenheit wahrgenommen wird.

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Die Wirksamkeit von Azithromycin in dieser Indikation wurde wohl als Nebeneffekt bei der Behandlung der bakteriellen Keratoconjunctivitis entdeckt. Heute ist die Keratocon­junctivitis sicca in den USA das häufigste Anwendungsgebiet. Bislang gingen die Augenärzte davon aus, dass eine antientzündliche und antibakterielle Wirkung von Azithromycin die Xerophthalmie lindert.

Yang Liu vom Schepens Eye Research Institute in Boston kann jetzt jedoch zeigen, dass Azithromycin eine direkte Wirkung auf die Epithelien der Meibom-Drüsen hat. In in-vitro-Experimenten stimulierte das Antibiotikum die Differenzierung der Drüsenzelle und steigerte die Bildung des fettiges Sekrets. Liu erhofft sich von der Anwendung eine stärkere Akzeptanz der Off-Label-Behandlung durch die US-Arzneibehörde FDA.

Die FDA lässt Medikamente allerdings nicht aufgrund ihres Wirkungsmechanismus zu, sondern wegen einer durch Studien nachgewiesenen Wirkung und Sicherheit. Damit die Xerophthalmie zur offiziellen Indikation wird, müsste der Hersteller klinische Studien durchführen. Dies erscheint derzeit eher unwahrscheinlich, da die Augentropfen bereits zugelassen sind und sich offenbar auch off-label gut verkaufen lassen. © rme/aerzteblatt.de

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