NewsÄrzteschaftKV Niedersachsen mahnt differenzierten Blick auf Verordnungszahlen an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

KV Niedersachsen mahnt differenzierten Blick auf Verordnungszahlen an

Freitag, 3. Januar 2014

Hannover – Als „voreilig und überzogen“ hat Jörg Berling, stellvertretender Vorstands­vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), die Kritik des Ersatzkassenverbandes (vdek) am Verordnungsverhalten niedersächsischer Ärzte zurückgewiesen. Zuvor hatte der niedersächsische vdek-Chef Jörg Niemann den Ärzten mangelndes Arzneimanagement vorgeworfen und die hohen Verordnungszahlen als „medizinisch nicht erklärbar“ bezeichnet. Laut Apotheken-Rechenzentrum lag Nieder­sachsen  bei Arzneimittelverordnungen mit einer Steigerungsrate von 4,77 Prozent bis Oktober 2013 rund einen Prozentpunkt über dem Bundesdurchschnitt.

„Statt sich an Durchschnittszahlen festzuklammern, sollte Herr Niemann versuchen, das Verordnungsgeschehen differenziert zu beurteilen“, bemängelte Berling. So läge bei­spiels­weise in Baden-Württemberg die Zuwachsrate bei den Arzneimittel-Ausgaben bei 6,21 Prozent, in Bayern bei 5,21 Prozent, in Hessen bei 5,18 Prozent und in Hamburg gar bei 7,02 Prozent.

Anzeige

Dem stünden in anderen Bundesländern weitaus geringere Prozentwerte gegenüber: Brandenburg verzeichne nur einen Zuwachs von 2,60 Prozent und Bremen von 2,43 Prozent. In Berlin sei das Verordnungsvolumen mit minus 2,62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken.

„Angesichts dieser gewaltigen Spreizung einfach den arithmetischen Mittelwert zu ziehen und alles, was darüber liegt, als unwirtschaftlich zu brandmarken, geht völlig an der Sache vorbei“, so Berling. Stattdessen sei ein vertiefter Blick auf mögliche strukturelle Unterschiede in der Versorgungslage unerlässlich.

Zudem habe der Verordnungs-Report des Apotheken-Rechenzentrums die Herstellerrabatte noch gar nicht erfasst. „Sollte sich herausstellen, dass die niedersächsischen Vertragsärzte in hohem Maße rabattierte Arzneimittel verordnet haben, kann das ganze Bild sowieso noch kippen“, unterstrich der KVN-Vize. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

6. August 2019
Berlin – Die Elektronische Arzneimittelinformationen-Verordnung (EAMIV) ist am 3. August, einen Tag nach der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt, in Kraft getreten. Die Verordnung regelt die
Arztinformationssystem tritt in Kraft
26. Juli 2019
Berlin – Ärzte sollen künftig sowohl auf das Papierrezept als auch das elektronische Rezept (E-Rezept) bei einer Verordnung zurückgreifen können. Das stellt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
Elektronisches Rezept und Papierrezept sollen parallel laufen
27. Juni 2019
Berlin – Patienten in Deutschland, denen ein Arzt ein Analgetikum verschreibt, erhalten in aller Regel nicht ein Original, sondern ein günstigeres Generikum. Laut dem Branchenverband Pro Generika
Sehr hohe Generikaquote bei Schmerzmitteln
12. Juni 2019
Dortmund – Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat eine Bilanz des bisherigen Verlaufs der Innovationsfondsprojekte zu neuen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung gezogen,
KV Westfalen-Lippe sieht AdAM bei Polypharmazie als Vordenkerprojekt
28. Mai 2019
Köln – Patientenpopulationen lassen sich für einige Medikationsgruppen anhand von Routinedaten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) berechnen. Das hat das Institut für Qualität und
Patientenzahlen lassen sich mit Routinedaten bestimmen
24. Mai 2019
Berlin – Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will den Medikationsplan vereinheitlichen und mit einer Referenzdatenbank hinterlegen. Das geht aus einer Ergänzung zum Digitale-Versorgung-Gesetz
Referenzdatenbank für Medikationsplan geplant
23. Mai 2019
Berlin – Die vom Gesetzgeber geplante qualifizierte elektronische Signatur (QES) für Rezepte und Arbeits­unfähigkeits­bescheinigungen (AU) ist für die Ärzte zu zeitaufwendig. Darauf hat die
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER