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Ausland

Mehr Übergewichtige in Entwicklungsländern

Freitag, 3. Januar 2014

In Mexiko hat sich die Zahl der Übergewichtigen seit 1980 nahezu verdoppelt /dpa

London – Die Zahl der übergewichtigen und fettleibigen Erwachsenen in Entwick­lungsländern hat sich seit 1980 fast vervierfacht. Lebten vor drei Jahrzehnten dort 250 Millionen Übergewichtige, so sind es jetzt 904 Millionen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Studie des britischen Overseas Development Institute hervorgeht. Die Weltbevölkerung insgesamt hat sich in diesen drei Jahrzehnten fast verdoppelt. Als Grenze zum Übergewicht gilt ein Body-Mass-Index von 25; das entspricht bei einem Mann von 1,80 Meter Körpergröße einem Gewicht von 81 Kilogramm. In den Industriestaaten leben nach dieser Definition derzeit 557 Millionen Übergewichtige.

Weltweit stieg der Anteil von Übergewichtigen und Fettleibigen zwischen 1980 und 2008 von 23 auf 34 Prozent. In Entwicklungs- und Schwellenländern ging der Anstieg mit einem wachsenden Einkommen einher, etwa in Ägypten und Mexiko. Den größten Zuwachs an Übergewichtigen gab es in Südostasien von 7 auf 22 Prozent der Bevölkerung. In Nordafrika, dem Nahen Osten und Lateinamerika erreichte die Rate der Übergewichtigen inzwischen den europäischen Wert von 58 Prozent.

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Verantwortlich für die höhere Zahl von Übergewichtigen sind laut dem Overseas Development Institute Faktoren wie die Verfügbarkeit verzehrfertiger Lebensmittel, Werbung und Medieneinfluss, aber auch die Herausbildung einer Mittelschicht und städtische Lebensformen. Damit verlagere sich die Ernährung von Getreide hin zu mehr Fett, Zucker, Ölen und tierischen Produkten.

Sowohl die führenden Politiker als auch die Bürger in Entwicklungsländern zeigten wenig Bereitschaft, an der Situation etwas zu ändern und für gesündere Ernährung zu werben, analysierten die Forscher. Die Aufklärungskampagnen der Regierungen seien nicht ausreichend. „Politiker müssen ihre Zurückhaltung aufgeben, wenn es darum geht zu beeinflussen, welches Essen auf unseren Tellern landet.”

In Europa sind laut der Studie 58 Prozent der Erwachsenen übergewichtig oder fettleibig, dies entspricht den Raten in Lateinamerika, Nordafrika und im Nahen Osten. In Großbritannien sind 64 Prozent der Erwachsenen betroffen, in Nordamerika 70 Prozent.  © kna/afp/aerzteblatt.de

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