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Medizin

Kalzium-Score zur Risikoabschätzung für kardiovaskuläre Ereignisse

Freitag, 3. Januar 2014

Baltimore – Die Bestimmung des sogenannten Kalzium-Scores in den Koronararterien könnte ein bisher unterschätzter Faktor in der Risikoabschätzung für kardiovaskuläre Ereignisse sein. Die Arbeitsgruppe um Michael Silverman an der Johns Hopkins Universität berichtet im European Heart Journal über entsprechende Ergebnisse (doi: 10.1093/eurheartj/eht508).

Patienten mit einem intermediären kardiovaskulären Risiko gelten in den US-Leitlinien als Zielgruppe für eine Bestimmung des Verkalkungs-Grads in den Koronararterien. Ermöglicht wird die Messung durch eine sogenannte Elektronenstrahltomographie. Das auf der CT-Technik basierende Verfahren erlaubt durch seine hohe zeitliche Auflösung auch eine Beurteilung der Koronararterien. Der Grad der Verkalkung wird durch den Agatston-Score (Kalzium-Score) quantifiziert. Werte über 100 gehen mit einer deutlichen Risikoerhöhung für ein kardiovaskuläres Ereignis einher. Das Verfahren ist teuer und bisher auf wenige Zentren beschränkt.

Die Forscher bezogen rund 6.700 symptomlose Patienten der Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis in ihre Studie ein. Die Probanden wurden auf Grundlage der klassischen Risikofaktoren Rauchen, Hypercholesterinämie, arterielle Hypertonie und Diabetes in verschiedene Risikogruppen eingeteilt. Sie erhielten zusätzlich eine Bestimmung ihres Kalzium-Scores und wurden über durchschnittlich 7,1 Jahre nachbeobachtet.

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Patienten, die nach Beurteilung der klassischen Risikofaktoren ein sehr geringes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse hatten, wiesen in 15 Prozent der Fälle Kalzium-Scores über 100 auf und waren somit stark gefährdet. Solche, die drei oder vier klassische Risikofaktoren aufwiesen, hatten trotzdem in 35 Prozent der Fälle keine nachweisbaren Verkalkungen in den Koronararterien und damit laut den Forschern trotz der Risikofaktoren ein eher geringes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

Nach Ansicht der Forscher könnte die Bestimmung des Kalzium-Scores eine Überbehandlung von Niedrigrisikopatienten vermindern. Besonders Patienten mit vielen Risikofaktoren aber ohne Kalkablagerungen profitieren möglicherweise eher von Lebensstiländerung als von aggressiven medikamentösen Therapien, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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