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Medizin

Inosinbehandlung von Parkinsonpatienten ohne schwere Nebenwirkungen

Freitag, 3. Januar 2014

Boston – Die Einnahme von Inosin zur Behandlung des Morbus Parkinson hat im Rahmen einer klinischen Testung des Medikaments nicht zu schweren Nebenwirkungen geführt. Forscher um Michael Schwarzschild am Massachusetts General Hospital berichten in JAMA Neurology über die Ergebnisse ihrer Phase-Zwei-Studie (doi:10.1001/jamaneurol.2013.5528).

Inosin ist ein Abbauprodukt im Purinstoffwechsel und wird im Körper teilweise zu Harnsäure umgewandelt. Sowohl im Tierversuch als auch beim Menschen konnten Wissenschaftler mögliche Zusammenhänge zwischen hohen Harnsäurespiegeln und einer langsameren Progression des Morbus Parkinson beobachten. Letztlich können hohe Harnsäurespiegel aber auch zu Gicht, Nierensteinen und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko führen.

Die Forscher randomisierten 75 Patienten in zwei Experimentalgruppe und eine placebokontrollierte Gruppe. Das Durchschnittsalter betrug 62,2 Jahre und alle Patienten befanden sich in der Anfangsphase der Erkrankung. Die Harnsäurespiegel der Probanden wurden in der Experimentalgruppe mit 500mg Inosin-Kapseln auf 6.1-7.0 mg/dL beziehungsweise 7.1-8.0 mg/dL auftitriert. Zusätzlich kontrollierten die Forscher einmalig die Harnsäurespiegel im Liquor. Die Beobachtungszeit betrug 24 Monate.

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In der Experimentalgruppe konnten die Forscher keine Häufung von kardiovaskulären Ereignissen beobachten. Keiner der Patienten entwickelte Gicht und drei Patienten entwickelten symptomatische Nierensteine. In den beiden Experimentalgruppen konnte die Inosinmedikation die Harnsäurespiegel sowohl im Serum als auch im Liquor erhöhen.

Die Ergebnisse sprechen nach Meinung der Forscher dafür, dass die Inosinbehandlung ein tolerables Nebenwirkungsprofil hat. Ob Inosin auch langfristig die Progression einer Parkinsonerkrankung verlangsamen kann, müsse nun in größeren Studien geprüft werden. Die Forscher raten daher von einer Selbstmedikation mit Inosin ab. © hil/aerzteblatt.de

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