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Medizin

Kardiovaskuläres Risiko nach Zoster erhöht

Freitag, 3. Januar 2014

Herpes Zoster: Gewebsschnitt Mikroaufnahme Vergrößerung 400:1 /dpa

London – Patienten haben noch Jahre nach der Abheilung eines Herpes zoster ein erhöhtes Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Dies ergab eine retrospektive Analyse von elektronischen Krankenakten in Neurology (2014, doi: 10.1212/WNL.0000000000000038).

Transitorische ischämische Attacken (TIA) und Schlaganfälle sind eine bekannte, wenn auch seltene Komplikation eines akuten Herpes zoster. Um zu untersuchen, ob das Risiko auch nach Abheilen der Läsionen erhöht ist, haben Judith Breuer vom University College London und Mitarbeiter die Daten des Health Improvement Network ausgewertet, das die elektronischen Krankenakten von 6,9 Millionen britischer Patienten verwaltet.

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Die Gegenüberstellung von 106.601 Patienten mit einem Herpes zoster in der Vorgeschichte und der doppelten Anzahl von Kontrollen, die nicht an einer Gürtelrose erkrankt waren, ergab ein leicht erhöhtes Risiko auf eine TIA (Hazard Ratio HR 1,15; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,09-1,21) und einen Herzinfarkt (HR 1,10; 1,05–1,16).

Bei Patienten, die bereits vor dem 40. Lebensjahr an einem Herpes zoster erkrankten, war auch das Risiko auf einen Schlaganfall erhöht (HR 2,42; 1,34–4,36). Für die TIA  (HR 1,49; 1,04–2,15) und den Herzinfarkt (HR 1,74; 1,13–2,66) ermittelte Breuer ebenfalls erhöhte Risiken. Hierbei ist allerdings zu bedenken, dass kardiovaskuläre Erkrankungen vor dem 40. Lebensjahr insgesamt selten sind.

Trotz der Verdoppelung des Schlaganfallrisikos erkrankten nur 0,21 Prozent der Patienten in der Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich 6,3 Jahren an einem Schlaganfall, in der Kontrollgruppe waren es 0,12 Prozent. Breuer rät dennoch, Patienten nach einer Zostererkrankung intensiver zum Schlaganfallrisiko zu beraten. Ob eine Impfung gegen Herpes zoster das kardiovaskuläre Risiko senkt, ist unklar. © rme/aerzteblatt.de

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