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Medizin

Forscher fordern höhere Tabaksteuern

Montag, 6. Januar 2014

dpa

Toronto – Eine Verdreifachung der Tabaksteuer könnte die weltweite Raucherprävalenz bis 2025 um ein Drittel zu senken. Das meinen Prabhat Jha vom Center for Global Health Research der University of Toronto und Richard Peto von der University of Oxford in einem Review im New England Journal of Medicine (http://dx.doi.org/10.1056/NEJMra1308383).

Weltweit betrachtet sind nach Angaben der Forscher die Hälfte aller jungen Männer und zehn Prozent aller jungen Frauen Raucher. Jährlich sterben rund fünf Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens und in den kommenden Dekaden könnte sich diese Zahl verdoppeln.

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Neben dem Bevölkerungswachstum führen die Wissenschaftler dies auch auf eine Erhöhung des relativen Anteils an Rauchern in einkommensschwachen Ländern zurück. Insbesondere in China, Indien und Bangladesch werde diese Entwicklung deutlich. Tabak sei dort vergleichsweise günstig erhältlich und die Besteuerung niedrig.

Dabei verweisen die Forscher auf die großen und vor allem schnell nachweisbaren Vorteile eines sofortigen Rauchstopps. Wer in der Jugend mit dem Rauchen beginnt und es vor dem 40. Lebensjahr aufgibt könne in rund 90 Prozent der Fälle schädliche Folgen vermeiden. Bei einem Rauchstopp vor dem 50. Lebensjahr seien es immerhin noch rund die Hälfte.

Im Durchschnitt verkürze das lebenslange Rauchen die Lebenserwartung um rund zehn Jahre. Diese Zahl zeige jedoch nicht, dass sich viele der vorzeitigen Todesfälle im mittleren Lebensalter ereigneten. Die Mortalität von Rauchern sei in diesem Alter gegenüber Nichtrauchern um das Zwei- bis Dreifache erhöht.

Einen möglichen Ansatzpunkt sieht die Arbeitsgruppe um Jha in einer Erhöhung der Tabaksteuer. Als ein Positivbeispiel führen die Forscher die Entwicklung des Tabak­konsums in Frankreich an. Von 1990 bis 2005 verdreifachte sich der Zigarettenpreis durch eine schrittweise Erhöhung der Tabaksteuer. In diesem Zeitraum haben sich die Staatseinnahmen durch den Tabakverkauf verdoppelt und die Anzahl der konsumierten Zigaretten halbiert.

Auch im Staat Südafrika habe diese Maßnahme zu vergleichbaren Ergebnissen geführt. Eine Metaanalyse von mehr als 100 Studien der International Agency for Research on Cancer konnte eine starke Abnahme der Raucherprävalenz durch hohe Tabaksteuern zeigen. Besonders Jugendliche, die noch mit dem Rauchen experimentieren, und Menschen aus einkommensschwachen Ländern könnte die Preiserhöhung häufiger vom Rauchen abhalten, so die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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