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Politik

Der Osten ist kränker als der Westen

Montag, 6. Januar 2014

Berlin – Gesundheit ist in Deutschland sehr ungleich verteilt. In Ostdeutschland ist die Wahrscheinlichkeit, an Krebs, Herzleiden oder einer anderen Zivilisationskrankheit zu sterben, weit höher als in den westdeutschen Bundesländern. Das zeigen neue Daten des Europäischen Statistikamtes Eurostat, über die die Welt heute berichtet. Ursache könnte vor allem die Überalterung der Bevölkerung sein.

Der Anteil der Bevölkerung, der an den häufigsten Zivilisationskrankheiten stirbt, ist nach Angaben der Experten in Ostdeutschland besonders hoch. Die Statistik, für die alle Todesursachen im Jahr 2010 untersucht wurden, wird angeführt von Sachsen-Anhalt –  und das gleich mehrfach. Allen voran ist die Sterberate in dem Bundesland besonders hoch: Auf 100.000 Einwohner in Sachsen-Anhalt kamen demnach 1.310 Todesfälle. Zu den fünf Bundesländern mit den höchsten Sterberaten gehören außerdem Sachsen, das Saarland, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Grund dafür ist vor allem die Überalterung der Bevölkerung in den ostdeutschen Bundesländern: Vorwiegend junge Menschen haben seit der Wende Ostdeutschland in Richtung Westdeutschland verlassen, ältere Menschen blieben zurück. Das höhere Alter dürfte denn auch einer der Faktoren sein, die dafür sorgen, dass im Osten der Republik besonders viele Menschen an Herzleiden sterben.

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Im untersuchten Zeitraum gab es in Sachsen-Anhalt 609 Todesfälle auf 100.000 Einwohner, bei denen Herzkrankheiten eine Rolle spielten und damit, gemessen an der Größe der Bevölkerung, so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Ähnlich sieht das Verhältnis bei Krebserkrankungen aus: Tumoren sind nach Herzleiden die zweithäufigste Todesursache hierzulande. Wiederum ist das Risiko, an einer Krebserkrankung zu sterben, im regionalen Vergleich in Sachsen-Anhalt am höchsten. Dort kamen 2010 auf 100.000 Einwohner 354 tödlich verlaufende Krebserkrankungen. Damit ist zwischen Dessau, Halle und Magdeburg das Risiko, an Krebs zu sterben, rund 50 Prozent höher als etwa in Baden-Württemberg, dem Bundesland mit der geringsten krebsbedingten Sterberate. © kna/aerzteblatt.de

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