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Medizin

Vitamin D stärkt intrauterine Muskelentwicklung

Montag, 6. Januar 2014

dpa

Southampton – Ein Vitamin-D-Mangel in der Spätschwangerschaft geht mit einer verminderten Muskelkraft der Kinder im Alter von 4 Jahren einher. Dies ergab eine prospektive Beobachtungsstudie im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (2014; 99: 330-7).

Aufgrund der geografischen Lage und des schlechten Wetters gehört Großbritannien nicht zu den sonnenverwöhnten Ländern. Eine Folge ist eine relativ schlechte Versor­gung der Menschen mit Vitamin D, das, wenn es nicht mit der Nahrung zugeführt wird, in der Haut unter UV-Lichteinfluss gebildet werden muss. Das zunehmende Bewusst­sein über die Krebsrisiken durch Sonnenbaden hat ebenfalls dazu geführt, dass insbeson­dere Schwangere mit Vitamin D unterversorgt sind.

Die postnatale Vitamin-D-Prophylaxe verhindert zwar, dass die Kinder später an einer Rachitis erkranken. Ein anderes Problem wird dadurch aber offenbar nicht gelöst. Laut einer Auswertung der Southampton Women's Survey, die eine Kohorte von Frauen im gebärfähigen Alter begleitet, haben Kinder von Schwangeren, bei denen in der Spät­schwangerschaft ein Vitamin D-Mangel festgestellt wurde, eine schwächere Muskulatur. Die Muskelkraft in einem Griff-Stärke-Test im Alter von 4 Jahren war signifikant niedriger als bei Kindern von in der Schwangerschaft ausreichend mit Vitamin D versorgten Müttern, berichtet Nicholas Harvey von der Universität Southampton.

Die Studie ergab auch eine Assoziation zwischen der intrauterinen Vitamin-D-Versorgung und der Magermasse des Körpers (Lean Body Mass), doch der Zusammenhang war nach Berücksichtigung anderer Risikofaktoren nicht mehr signifikant. Harvey äußert sich dennoch besorgt gegenüber den Medien.

Es gebe Hinweise, dass die Kinder einen Mangel an schnell kontrahierenden Muskel­fasern haben, der im späteren Lebensalter nicht mehr aufgeholt werden könne. Britische Zentren führen laut einer Meldung der BBC derzeit eine Studie an 1.200 Schwangeren durch, die den Einfluss von Vitamin D während der Schwangerschaft auf die Entwicklung der Kinder untersucht. © rme/aerzteblatt.de

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