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Ärzteschaft

Bayern drängt auf weiteren Bürokratieabbau

Mittwoch, 8. Januar 2014

München – Bayern will den Bürokratieabbau im Gesundheitswesen weiter vorantreiben. Bereits Ende 2011 hatten das Bayerische Staatsministerium  für Gesundheit und Pflege (StMGP) und die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) dazu die Anlaufstelle für Bürokratieabbau eingerichtet. Die Stelle sammelte innerhalb eines Jahres mehr als 500 Verbesserungsvorschläge und bündelte diese nun in einem Abschlussbericht.

„Die hohe Resonanz zeigt, wie wichtig das Thema ist. Wir haben aus den Vorschlägen Lösungen für patientenfreundlichere, schlankere und einfachere Vorgaben im Praxisbetrieb entwickelt“, betonte Bayerns Ge­sund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml. Diese gelte es nun schnellstmöglich umzusetzen.

Laut Abschlussbericht bezogen sich die meisten eingegangenen Vorschläge auf den Prozess der Arznei-, Heil- und Hilfsmittelverordnung. Statt Verordnungsentscheidungen durch eine regelrechte Formularflut zu erschweren, „sollte man wieder zu einem System mit gesundem Menschenverstand zurückkommen", forderte KVB-Vorstandsmitglied Ilka Enger.

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Ihrer Meinung nach zeigten die vielen Eingaben zum Thema Formulare, dass die Überregulierung des Gesundheitswesens dringend zurückgefahren werden müsse. Erste Schritte sind bereits getan: So wurde als Resultat aus der Arbeit der Anlaufstelle mittlerweile von Krankenkassen und KVB eine Formularkommission eingerichtet. Diese soll Inhalte der Formulare prüfen und praxistauglicher gestalten.

Darüber hinaus konnten beispielsweise mit der Abschaffung der Praxisgebühr sowie einer Vereinfachung des Übertrags von Genehmigungen bei einem Umzug der Arztpraxis weitere Vorschläge der Anlaufstelle in die Realität umgesetzt werden. Weitere Maßnahmen sind zudem im  neuen Koalitionsvertrag verankert. Dieser sieht vor, die heutigen Wirtschaftlichkeitsprüfungen bis Ende 2014 durch regionale Vereinbarungen von Krankenkassen und Kassenärztlicher Selbstverwaltung zu ersetzen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 8. Januar 2014, 20:12

Unnötiger Bürokratie- und Zeitaufwand!

Völlig unnötiger Bürokratie- und Zeitaufwand entsteht mit den Auszahlungsscheinen für das Krankengeld in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung: Jede einzelne GKV-Kasse hält individuelle, selbst entworfene Formulare vor, in denen nichts anderes abgefragt wird, als aus einer Bescheinigung über die Arbeitsunfähigkeit eines Versicherten (Muster 1a) in der „Ausfertigung zur Vorlage bei der Krankenkasse“ auch hervorgeht. Viele Krankenkassen fragen zusätzlich zu den AU-Angaben zum Krankengeld auf derselben Formularseite nach Kontoverbindungen der Versicherten. Dies gehört aber n i c h t zu vertragsärztlichen Pflichten und ist allen Sozialversicherungs-Kassen ohnehin schon über die Beitragsabbuchung bekannt. Die kontinuierliche Weiterverwendung einer AU-Bescheinigung von der Lohnfortzahlung bis zum Krankengeldbezug wäre eine unkomplizierte, zeitlich entlastende Entbürokratisierung. Eine vertragsärztliche Extra-Honorierung für diese Vorgänge ist sowieso nicht vorgesehen.
Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin Dortmund
LNS

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