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Medizin

Kleinkinder: Fieber nach Impfung gegen Grippe und Pneumokokken häufig

Mittwoch, 8. Januar 2014

dpa

New York – Jedes dritte Kleinkind zeigt nach einer gemeinsamen Impfung gegen Grippe und Pneumokokken eine Fieberreaktion. Bei jedem neunten Kind stiegen die Tempera­turen in einer Studie in JAMA Pediatrics (2014; doi: 10.1001/jamapediatrics.2013.4469) sogar auf über 39°C.

Ein Temperaturanstieg nach einer Impfung ist nicht ungewöhnlich, doch die Häufigkeit wird möglicherweise unterschätzt. Gewöhnlich verlassen sich die Studien auf spätere Angaben der Eltern. Viele erinnern sich jedoch nicht mehr an ein vorübergehendes Fieber ihrer Kinder, wenn sie die Fragebögen ausfüllen.

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Melissa Stockwell von der Columbia Universität in New York hat sich deshalb für ihre Studie eines neuen Instruments bedient. Alle Eltern der Studie bekamen am Abend nach der Impfung und am Abend darauf eine SMS, die sie aufforderte, eine etwaige Fieberreaktion zu melden.

Da die meisten Erwachsenen in New York ein SMS-fähiges Handy besitzen, mussten nur wenige Kinder von der Studie ausgeschlossen werden. Die Studie wurde außerdem in Stadtbezirken mit einem hohen Anteil von „Latinos“ durchgeführt, die als ausgesprochen SMS-affin gelten und diese Form der Kommunikation regelmäßig benutzen.

Stockwell erreichte auf diese Weise eine hohe Responserate: Mehr als 90 Prozent der Eltern reagierten auf die SMS. Das Ergebnis war eine beachtliche Rate von Fieber­reaktionen. Die Forscher hatten für die Studie einen Impftermin für Säuglinge im Alter von 6 bis 23 Monaten ausgewählt, an dem eine Impfung gegen saisonale Grippe und/oder Pneumokokken vorgesehen war.

Vier von zehn Kindern hatten den trivalenten Grippeimpfstoff aus inaktivierten Viren erhalten. Zwei von zehn Kindern wurden mit dem 13-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff geimpft. Weitere vier von zehn Kindern erhielten beide Impfstoffe, wie dies in den USA empfohlen wird. (In Deutschland ist die Grippe-Impfung von Kleinkindern nur bei Risikofaktoren des Kindes oder zum Schutz anderer Familienmitglieder üblich).

Nach der alleinigen Grippe-Impfung entwickelten 7,5 Prozent der Kinder eine Fieberreaktion, nach der alleinigen Pneumokokken-Impfung waren es 9,5 Prozent. Von den Kleinkindern, die beide Impfungen erhalten hatten, bekam jedes dritte Kind (37,6 Prozent) Fieber von 38°C oder höher. Bei jedem neunten Kind (11,2 Prozent) stiegt die Temperatur sogar auf über 39°C an (2,5 Prozent nach alleiniger Grippeimpfung und 4,8 Prozent nach alleiniger Pneumokokkenimpfung).

Die Fieberreaktionen blieben bei allen Kindern ohne Folgen und stellen nach Einschätzung von Stockwell die Sicherheit der Impfung auch nicht in Frage. Ärzte sollten die Eltern jedoch auf die Nebenwirkung vorbereiten. SMS-Massages sind nach Ansicht der Forscherin ein zuverlässiges Mittel, um die Impfreaktionen genauer als bisher zu erfassen. © rme/aerzteblatt.de

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