NewsMedizinVorzeitiger Blasensprung: Studie sieht Bakterien als mögliche Auslöser
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Vorzeitiger Blasensprung: Studie sieht Bakterien als mögliche Auslöser

Donnerstag, 9. Januar 2014

Durham – Eine zunehmende Verdünnung des Chorions, der äußeren Schicht der Fruchtblase ist laut einer Studie in PLOS ONE (2014; doi: 10.1371/journal.pone.0083338) der Auslöser eines vorzeitigen Blasensprungs. Die Ursache könnte eine bakterielle Besiedlung sein.

Der Inhalt der Fruchblase ist normnalerweise steril, ihre äußere Schicht, das Chorion, ist es nicht unbedingt. Frühere Studien haben auch bei einer gesunden Schwangerschaft vereinzelt Bakterien im Chorion nachgewiesen. Ihre Anwesenheit scheint die Integrität der Fruchthöhle in der Regel nicht zu gefährden. Bei einem starken Anstieg kann es jedoch zu einer Ausdünnung der Fruchblase kommen, die in einer Ruptur enden kann. Diese Ansicht vertritt Amy Murtha von der Duke University School of Medicine in Durham im US-Bundesstaat North Carolina.

Ein Forscherteam der Gynäkologin hat postpartal die Fruchtblasen von 48 Frauen untersucht, darunter 14 mit vorzeitigem Blasensprung, auch PPROM (Preterm Premature Rupture of Membranes) genannt. Bei allen Frauen war die Blase an der dünnsten Stelle gerissen. Besonders dünn war die Fruchtblase bei den Frauen mit PPROM. Ihre Fruchblase war jedoch auch an vom tatsächlichen Riss entfernten Regionen ausgedünnt, während die Wandstärke der Fruchtblase mit dem Abstand zum Riss deutlich zunahm.

Anzeige

Die bakteriologischen Tests zeigten, dass das Chorion von Frauen mit PPROM signifikant stärker mit Bakterien besiedelt war als bei den anderen Frauen. Je mehr Bakterien vorhanden waren, desto dünner war die Membran. Besonders viele Keime wurden in der Nähe der Rissstelle gefunden. Die bakterielle Besiedlung unterhalb der Schwelle zu einer offenen Chorioamnionitis könnte zu einer Atrophie der Fruchtblase und schließlich zum vorzeitigen Blasensprung führen, vermutet Murtha.

Derzeit untersucht das Team, ob bestimmte Bakterienarten bevorzugt die Fruchtblase von außen befallen. Sollte dies der Fall sein, könnte in einer klinischen Studie versucht werden, die PPROM durch eine Antibiotikatherapie zu verhindern. Der erfolgreiche Ausgang einer solchen Studie würde dann auch die Hypothese von einer bakteriellen Genese des PPROM belegen. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

22. August 2019
Wiesbaden – Hessen will schwangere Frauen vor Belästigungen von Abtreibungsgegnern vor Beratungsstellen, Arztpraxen und Kliniken bewahren. Dafür hat das Innenministerium in Wiesbaden als oberste
Hessen will Schwangerenberatungen vor Abtreibungsgegnern schützen
22. August 2019
Silver Spring/Maryland – Eine versehentliche Exposition von Schwangeren mit Gadolinium-haltigen Kontrastmitteln kommt offenbar häufiger vor als bisher angenommen. In den USA ist nach einer Studie der
Gadolinium-Exposition in der Schwangerschaft häufig bei Magnetresonanztomografien
22. August 2019
Hannover – Die Zahl der Babys, die 2018 bundesweit per Kaiserschnitt geboren wurden, hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändern. Das geht aus den Versichertendaten der KKH Kaufmännische
Kaiserschnittrate stagniert bundesweit
21. August 2019
Toronto – Kann fluoridiertes Trinkwasser während der Schwangerschaft die fetale Hirnentwicklung behindern? In einer prospektiven Kohortenstudie aus Kanada hatten Jungen im Alter von drei Jahren einen
Schwangerschaft: Studie sieht IQ von Jungen durch fluoridiertes Trinkwasser gefährdet
14. August 2019
Hiroshima – Japanische Forscher haben einen Weg gefunden, mit dem im Ejakulat zwischen männlichen und weiblichen Spermien unterschieden werden kann. Die in PLOS Biology (2019; doi:
In-vitro-Fertilisation: Test unterscheidet weibliche und männliche Spermien
8. August 2019
Greenville/North Carolina – Regelmäßige sportliche Betätigungen in der Schwangerschaft könnten Säuglingen einen leichten Entwicklungsvorsprung verschaffen. In einer randomisierten Studie in Medicine
Schwangerensport könnte neuromotorische Fähigkeiten vor allem von weiblichen Säuglingen fördern
7. August 2019
Washington – Der Umzug während der ersten 3 Monate der Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten, für ein niedriges Geburtsgewicht sowie einem etwas höheren Risiko für ein
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER