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Medizin

SSRI zeigen in Studie keinen Unterschied für Suizidrisiko bei Jugendlichen

Freitag, 10. Januar 2014

Nashville – Laut einer retrospektiven Kohortenstudie führen Serotonin Wiederaufnahme­hemmer (SSRI) wie Paroxetin und Citalopram bei Kindern und Jugendlichen nicht häufiger zu Suiziden als das First-Line-Medikament Fluoxetin. Forscher um William Cooper am Vanderbilt University Medical Center veröffentlichten entsprechende Ergebnisse in Pediatrics (http://dx.doi.org/10.1542/peds.2013-0923). 

SSRI und die neueren Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI) sind Antidepressiva, die häufig bei der Behandlung erwachsener Patienten zum Einsatz kommen. Die Anwendung dieser Medikamente bei Kindern und Jugendlichen gelte als umstritten, so die Forscher. Einige Präparate stünden im Verdacht, das Suizidrisiko zu erhöhen und aggressives Verhalten zu verstärken. Die U.S. Food and Drug Adminis­tration forderte entsprechende Medikamente mit Warnzeichen zu versehen. In Europa sind eine Reihe von Substanzen aus diesen Wirkstoffklassen nicht zur Behandlung von unter 18-Jährigen zugelassen.

Die Forscher verglichen die Suizidrate von Kindern und Jugendlichen, die Sertralin, Paroxetin, Citalopram, Escitalopram oder Venlafaxin einnahmen, gegenüber solchen, die mit dem First-Line-Medikament Fluoxetin behandelt wurden. Mehr als 36.000 Neuan­wender im Alter zwischen Sechs und 18 Jahren konnten die Forscher in die Studie einbeziehen.

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Zwischen 1996 und 2005 ereigneten sich in der Studienkohorte 419 Suizidversuche, davon vier mit tödlichem Ausgang. Die Suizidraten zwischen den Gruppen, die jeweils eines der Medikamente erhielten, unterschieden sich nicht signifikant. Nur Kinder und Jugendliche, die eine Kombination mehrerer Präparate erhielten, unternahmen häufiger Suizidversuche als Fluoxetin-Anwender (adjustiertes relatives Risiko= 1,70).

Die Ergebnisse sprechen nach Meinung der Arbeitsgruppe dafür, dass die in die Studie einbezogenen Medikamente in der Einzelanwendung zu einem vergleichbarem Suizidrisiko führen. © hil/aerzteblatt.de

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