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Medizin

Warum aus Dänemark viele medizinische Studien kommen

Freitag, 10. Januar 2014

Köln/Witten – Aus Dänemark kommen gemessen an der Zahl der Einwohner europaweit die meisten randomisierten klinischen Studien. Das berichtet das chirurgische Studien­netzwerk CHIR-Net. Deutsche Chirurgen und chirurgische Forscher des Netzwerk wollten wissen, wie dem Land das gelingt, und besuchten im Rahmen des „International Visiting Programme“ das sogenannte Copenhagen Trial Unit. Es hat unter der Leitung von Christian Gluud seit der Gründung 1995 bis heute 105 multizentrische Studien durch­geführt und über 600 Publikationen daraus erstellt.

Das Wichtigste seien gute und belastbare Ideen aus der Forschung und der klinischen Praxis, die von Methodikern und Klinikern auf Originalität und Machbarkeit geprüft würden, berichtet das Chir-Net nach dem Besuch. Hierfür gebe es sogenannte translationale Scouts und Studienteams, die vor Beginn jeder Studie eine oder mehrere Metaanalysen oder systematische Reviews vornähmen.

„Entscheidend ist weiter eine starke Methodenkompetenz in der klinischen Forschung, eine flexible Organisation und eine möglichst geringe Bürokratie in den Studien. Letzteres wird von der Industrie übertrieben“, so Gluud gegenüber der Deutschen Delegation.

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Entscheidend sei außerdem die Finanzierung: Seine Einrichtung werde vom Staat Dänemark getragen, der die jährlich anfallenden Kosten von rund 800.000 Euro übernehme, ließ der Forscher wissen. Diese regelmäßige Förderung betrachtet er als das Erfolgsgeheimnis für eine kontinuierliche Arbeit. „Es braucht einen festen Stamm von Mitarbeitern mit unterschiedlicher Expertise“, sagte Gluud. 

CHIR-Net gilt mit bislang 27 veröffentlichten, multizentrisch randomisierten Studien und über 6.300 randomisierten Patienten als das größte deutschlandweite Netzwerk für Studien im chirurgischen beziehungsweise perioperativen Bereich. © hil/aerzteblatt.de

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