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Politik

Landesbasisfallwert in Schleswig-Holstein auf gesetzliches Minimum angehoben

Freitag, 10. Januar 2014

Kiel – Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen in Schleswig-Holstein haben den sogenannten Landesbasisfallwert angehoben. Gegenüber dem Jahr 2013 steigt er um 105,32 Euro auf 3117,36 Euro, das entspricht rund 3,5 Prozent. Das Kieler Ge­sund­heits­mi­nis­terium hat diese Vereinbarung der Selbstverwaltung jetzt genehmigt.

Mit Hilfe des Basisfallwertes werden die Behandlungskosten in den Krankenhäusern berechnet. Schleswig-Holsteins Basisfallwert war bisher der niedrigste unter den Bundesländern, so dass dort ein Krankenhaus weniger Geld für die gleiche Leistung erhielt als Krankenhäuser in anderen Bundesländern.

Die Steigerung von rund 3,5 Prozent bedeutet für die Kliniken in Schleswig-Holstein rund 64,5 Millionen Euro mehr für die Patientenversorgung. „Damit zieht Schleswig-Holstein beim Basisfallwert mit anderen Ländern gleich. Das begrüße ich ausdrücklich“, sagte die Ge­sund­heits­mi­nis­terin Kristin Alheit (SPD).

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Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH), Bernd Krämer, mahnte dennoch eine weitere Erhöhung an. Der Landesbasisfallwert liege um 1,25 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Nach Angaben der KGSH werden mit der nun erfolgten Anhebung um 3,5 Prozent lediglich die zusätzlichen Kostenbelastungen des abgelaufenen Jahres aus Tarifabschlüssen und Sachkostensteigerungen refinan­ziert. Spielräume zur Verbesserung der in vielen Kliniken prekären Lage gebe es jedoch nicht.

Krankenhausleistungen: Preisunterschiede kaum erklärbar

Eine Studie hat die Ursachen der unterschiedlichen Preisniveaus für Krankenhausleistungen in den Bundesländern untersucht: Zwei Drittel der Variationen sind auf historisch bedingte, ökonomisch nicht begründbare Unterschiede zurückzuführen.

Auch Alheit forderte weitere Veränderungen: Laut der Bundesgesetzgebung gibt es einen sogenannten Basisfallwertkorridor, der Abweichungen von 1,25 Prozent unterhalb und 2,5 Prozent oberhalb eines errechneten Durchschnitts zulässt. Der vereinbarte Wert 2014 für Schleswig-Holstein treffe die untere zulässige Abweichung.

„Die Punktlandung auf der gesetzlich festgelegten unteren Korridorgrenze verdeutlicht die Notwendigkeit für weitere gesetzliche Änderungen, um unberechtigte Unterschiede gegenüber anderen Bundesländern endlich zu beenden. Die neue Bundesregierung hat jetzt den Auftrag, hier zu handeln“, sagte Alheit. © hil/aerzteblatt.de

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