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Medizin

Interdisziplinäres Forum der BÄK: Fünf Millionen Patienten mit Schluckstörungen

Montag, 13. Januar 2014

Berlin – Auf die Bedeutung von Schluckstörungen haben Referenten auf dem 38. Interdisziplinären Forum „Fortschritt und Fortbildung in der Medizin“ der Bundesärzte­kammer (BÄK) in Berlin hingewiesen. Mittlerweile seien mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland davon betroffen. „Die Tendenz ist steigend“, sagte Christiane Hey vom Klinikum der Goethe-Universität in Frankfurt.

Ein wesentlicher Grund sei die steigende Zahl multimorbider und älterer Patienten. Multiple Erkrankungen aus den unterschiedlichsten medizinischen Teilgebieten könnten Schluckstörungen verursachen. „Besonders häufig kommt dies beim akuten Schlaganfall sowie Kopf-Hals-Tumoren vor. Betroffen sind häufig auch geriatrische und langzeitin­tubierte Patienten“, berichtete Hey.

Neben dem Verlust an Lebensqualität für die Patienten führt eine Schluckstörung auch zu hohen finanziellen Belastungen des Gesundheitssystems. In den USA wurden für den Zeitraum von 2005 bis 2006 die Kosten auf fast 550 Millionen Dollar pro Jahr geschätzt. „Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit der konsequenten Implementierung eines evidenzbasierten Schluckstörungs-Managements“, betonte Hey.

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Die intensivere Behandlung von akuten Schlaganfallpatienten auf Stroke Units habe gezeigt, welche immense Bedeutung die Schluckstörung für die Prognose dieser Patientengruppe hat, erläuterte Tobias Warnecke vom Universitätsklinikum Münster. Ein gezieltes Akutmanagement dieses Symptoms könne das Ergebnis für die Patienten verbessern.

Bildgebende Verfahren unerlässlich
Zur Abklärung einer Schluckstörung sind bildgebende Verfahren unerlässlich, berichtete Arno Olthoff vom Universitätsklinikum Göttingen. Als Standardverfahren gelten international die flexible endoskopische Evaluation des Schluckvorganges (FEES) und die Videofluoroskopie (VFSS). Eine mögliche Alternative zur VFSS könnte die dynamische Echtzeit-Magnetresonanztomographie sein, so Olthoff. Doch blieben die FEES und die VFSS aufgrund der einfachen klinischen Handhabung das diagnostische Verfahren der Wahl. Das Echtzeit-MRT könnte künftig Röntgenbelastungen vermeiden.

„Eine Behandlung von Schluckstörungen beinhaltet unter anderem Haltungsänderungen, Anwendung von direkten und indirekten Schluckmanövern, diätische Maßnahmen, Mundhygiene, aber auch chirurgische Eingriffe“, erläuterte Jörg Bohlender vom Universitätsspital Zürich. Die Schlucktherapie sei ein wichtiger Baustein bei der Behandlung von akuten und chronischen neurologischen Erkrankungen mit Dysphagiebeschwerden und bei Schluckstörungen im Alter, so Bohlender. © hil/aerzteblatt.de

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