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Medizin

Koffein stärkt Langzeitgedächtnis in Studie

Montag, 13. Januar 2014

dpa

Baltimore – Koffein hält nicht nur wach und steigert die Konzentrationsfähigkeit, es verbesserte in einer Studie in Nature Neuroscience (2014; doi: 10.1038/nn.3623) auch das Langzeitgedächtnis. Weltweit sollen neun von zehn Menschen täglich koffeinhaltige Getränke zu sich nehmen. Koffein ist damit der weltweit am weitesten verbreitete kognitive Verstärker („cognitive enhancer“). Die positive Wirkung auf Vigilanz, Aufmerk­samkeit und die Geschwindigkeit von Denkprozessen gilt als belegt, Effekte auf das Langzeitgedächtnis konnten bisher nicht nachgewiesen werden.

Daniel Borota von der Johns Hopkins University in Baltimore und Mitarbeiter haben hierzu erstmals eine placebokontrollierte Studie durchgeführt. Sie wählten dazu 160 „koffein-naive“ gesunde Probanden aus, die normalerweise nicht mehr als 500 mg Koffein (etwa 4 Tassen Kaffee) in der Woche zu sich nahmen.

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Zu Beginn der Studie wurde den Probanden eine Reihe von Bildern von Gegenständen gezeigt. Damit sich ihr Gehirn damit beschäftigte, mussten sie die Gegenstände den Kategorien „drinnen“ und „draußen“ zuordnen. Erst nach dem Ende der Aufgabe erhielten sie eine Tablette, die entweder 200 mg Koffein oder ein Placebo enthielt. Damit wollte Yassa ausschließen, dass Koffein über die bekannte kognitive Wirkung einen Effekt auf das Gedächtnis erzielt.

Genau 24 Stunden später mussten die Teilnehmer einen Gedächtnistest bestehen. Dabei wurden ihnen nicht nur die gleichen und völlig andere Gegenstände wie am Vortag gezeigt, sondern auch ähnliche. Die Unterscheidung zwischen „gleich“ und „ähnlich“  gelang den Teilnehmern im „Koffein-Arm“ signifikant besser als in der Vergleichsgruppe (während die Gesamtzahl der wiedererkannten Gegenstände etwas geringer war). In der Studie war mindestens eine Dosis von 200 mg erforderlich, um einen Effekt zu erzielen.

Da die Unterscheidung zwischen „gleich“ und „ähnlich“ besonders hohe Anforderungen an das Erinnern stellt, sieht Yassa in der Studie einen Beweis dafür, dass Koffein tatsächlich eine Wirkung auf das Langzeitgedächtnis hat (auch wenn diese Aussage nach nur einem Tag etwas verfrüht erscheinen mag).

Die Studie macht allerdings keinerlei Aussagen darüber, ob die Vorteile im Alltag von irgendeiner Relevanz sind. Hierzu müssten andere Studien, etwa mit Medizinstudenten vor einem Examen, durchgeführt werden. Eine Einschränkung könnte sich daraus erge­ben, dass an der Studie weitgehend koffein-naive Personen teilnahmen.

Es könnte deshalb sein, dass ein Gewöhnungseffekt bei regelmäßigen Kaffeetrinkern den Vorteil zunichte macht. Schließlich ist zu bedenken, dass Koffein nicht ohne Neben­wirkungen ist: Je nach Dosis klagten 20 bis 45 Prozent der Teilnehmer im Koffeinarm der Studie über Kopfschmerzen oder Nervosität (16 Prozent im Placebo-Arm).

© rme/aerzteblatt.de

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