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Ärzteschaft

Nutzenbewertung vorhandener Arzneimittel unentbehrlich

Montag, 13. Januar 2014

dpa

Berlin – Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) fordert, am sogenannten Bestandsmarktaufruf für Arzneimittel festzuhalten. „Die Nutzenbewertung für bereits auf dem Markt befindliche Arzneimittel ist für eine qualitativ hochwertige und wirtschaftliche Arzneimittelversorgung unentbehrlich“, sagte deren Vorsitzender Wolf-Dieter Ludwig auf einer Tagung der Arzneimittelkommission im Rahmen des 38. Interdisziplinären Forums der Bundesärztekammer in Berlin.

Er verwies auf die Bewertungsergebnisse für orale Antidiabetika aus der Gruppe der Gliptine. Sie sind bisher die einzigen Arzneimittel auf dem Markt, die der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat untersuchen lassen. Dabei ergaben sich nur bei zwei der Wirkstoffe Hinweise auf einen geringen Zusatznutzen gegenüber der Standardtherapie.

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„Bedenkt man, dass Gliptine etwa zehnfach teurer sind und ihre Verordnungszahlen rasant steigen, wird die potenzielle Bedeutung des Verfahrens auch für die Kosten­entwicklung deutlich“, sagte Ludwig. Das Verfahren bereits nach Aufruf der ersten Wirkstoffgruppe wieder zu beenden, konterkariere die Zielsetzung einer rationalen Arzneimittelversorgung und erschwere die unabhängige Information von Ärzten und Patienten.

Bislang kann der G-BA nicht nur neu entwickelte Arzneimittel auf deren Nutzen untersuchen lassen, sondern auch Wirkstoffe, die bereits vor dem 1. Januar 2011 zugelassen wurden. Nach dem Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung soll dies künftig nicht mehr möglich sein.

Aber auch die nicht infrage gestellte Nutzenbewertung neuer Arzneimittel bleibt wichtig. Das betonte Ulrich Schwabe, ordentliches Mitglied der AkdÄ und Mit-Herausgeber des Arzneiverordnungsreports. Er berichtete auf der Tagung, dass im vergangenen Jahr nur vier von 15 bewerteten Arzneimitteln ein beträchtlicher Zusatznutzen zugesprochen worden sei. „Damit haben 60 Prozent der bisher bewerteten neuen Arzneimittel keinen tatsächlichen therapeutischen Zusatznutzen gezeigt“, so Schwabe.    hil © hil/aerzteblatt.de

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