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Arzneimittel­kommission: Optimierungs­möglichkeiten bei der Antibiotikatherapie

Montag, 13. Januar 2014

Berlin – Zunehmende Raten von Bakterien mit mehrfacher Antibiotika-Resistenz und eine weitgehend stagnierende Entwicklung neuer Antibiotika müssten schnellstmöglich zu einer optimierten Antibiotikatherapie im ambulanten und stationären Bereich führen, forderte Winfried Kern vom Universitätsklinikum Freiburg, Mitglied der Arzneimittel­kommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), auf einer Tagung der Arzneimittel­kommission im Rahmen des 38. Interdisziplinären Forums der Bundes­ärzte­kammer am 11. Januar in Berlin. Notwendig seien ferner eine verstärkte Weiter- und Fortbildung von Ärzten und Ärztinnen sowie mehr Versorgungsforschung.

Gerade bei Atemwegsinfektionen sollten Antibiotika nicht routinemäßig verordnet werden. Optimierungsmöglichkeiten sieht Kern in einer strikteren Indikationsstellung bei der ambulanten Therapie von Atemwegsinfektionen, kürzeren und vermehrt gezielteren Behandlungen mit vorherigem Erregernachweis, einer optimierten perioperativen Antibiotikaprophylaxe sowie einem reduziertem Einsatz von Cephalosporinen und Fluorchinolonen.

Pharmakodynamik berücksichtigen
Ferner müssten nach Ansicht Kerns Aspekte der Pharmakodynamik vor allem bei kritischen Infektionen und Infektionen durch minderempfindliche und resistente Erreger stärker berücksichtigt werden. Besser abgestimmte und aktuelle Leitlinien, Informations- und Fortbildungsprogramme wären hier hilfreich.

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Mehr Zurückhaltung bei der Antibiotika-Verordnung könne helfen, die Entwicklung von multiresistenten Keimen zu vermeiden, bestätigte auch Ulrich Höffler, emeritierter Direktor des Hygiene-Instituts am Klinikum Ludwigshafen und Mitglied der AkdÄ. Die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen in Krankenhäusern sei das Händewaschen mit Alkoholen und die anschließende Anwendung von Rückfettern.

Neu ist den Experten zufolge das immer breitere Spektrum der Erreger von nosoko­mialen Infektionen. Dieses reiche von den Viren (Rota-, Noro-, respiratorische Viren) über grampositive und gramnegative, zunehmend multiresistente Bakterien bis hin zu Pilzen (Candida- und Aspergillus-Arten).Prävention sei durch strikte Beachtung der Basishygiene nach der Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts (RKI) möglich.

Alle in der Desinfektionsmittel-Liste gelisteten Präparate zur routinemäßigen Hände­desinfektion seien sicher wirksam gegen vegetative Bakterien und Hefepilze, nicht aber gegen Sporen, Dermatophyten und unbehüllte Viren, betonte Höffler.

Viruzidie auch gegen die unbehüllten Noro-, Rota- und Adenoviren sei Höffler zufolge jedoch nur mit einigen mit alkoholbasierten Präparaten (Sterillium® Virugard, Aseptoman Viral®, Manorapid Synergy®, Softa-Man acute und Virusept Manorapid Synergy®). zu erreichen, die allerdings nur in Ausbruchssituationen oder bei Häufung von Infektionen mit diesen Viren angewendet werden sollten. Wegen ihrer langfristig schlechteren Akzeptanz und Hautverträglichkeit sollten sie mit Hautpflegemitteln kombiniert werden. © ER/aerzteblatt.de

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