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Ärzteschaft

Experten: Wartezeiten in Deutschland kein großes Problem

Montag, 13. Januar 2014

Berlin– Beim Neujahrsforum der Ersatzkassen Berlin/Brandenburg waren sich die Experten einig, dass derzeitige Wartezeiten auf Facharzttermine in Deutschland kein großes Problem darstellen. „So groß ist die Not nicht“, sagte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, am vergangenen Freitag in Berlin.

„Viele Patienten sehen keine Probleme bei den Wartezeiten“, meinte auch der stellver­tretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Branden­burg, Andreas Schwark. In bestimmten Regionen Brandenburgs gebe es hingegen durchaus Schwierigkeiten, Termine bei einem Facharzt zu erhalten. Die KV sei allerdings in der Lage, diese Schwierigkeiten zu lösen. „Ich gehe davon aus, dass wir es schaffen, innerhalb der Frist von vier Wochen einen Facharzttermin im ambulanten Bereich zu organisieren“, so Schwark. Dafür sei nun ein Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse angestoßen worden.

Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag festgelegt, dass zentrale Servicestellen bei den KVen innerhalb von vier Wochen Termine bei einem Facharzt organisieren sollen. Gelingt dies nicht, sollen sich Versicherte ambulant in einem Krankenhaus behandeln lassen können. Das Honorar würde den KVen vom Budget abgezogen.

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Die Idee, Geld aus dem ambulanten Bereich an die Krankenhäuser zu geben, wenn ein Termin nicht in der genannten Frist zustande komme, sei „geradezu pervers“, meinte der Berliner Landesvorsitzende  des Berufsverbandes der Frauenärzte, Stefan Skonietzki. Zudem gebe es durchaus funktionierende Strukturen im ambulanten Bereich. So hielten viele Kollegen im Alltag Notfalltermine vor. Und bei einem akuten Handlungsbedarf würden die Patienten sofort ins Krankenhaus eingewiesen.

Schwark wies zudem darauf hin, dass es bestimmte Facharztrichtungen in manchen Krankenhäusern der Region gar nicht gebe. Viele Kliniken hätten zum Beispiel keine Neurologen oder Orthopäden – in diesen Fällen müssten die Patienten dann in ein weiter entferntes Krankenhaus fahren.

Auch für den Geschäftsführer und Ärztlichen Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin, Axel Ekkernkamp, ist das Wartezeiten-Problem in Deutschland überschaubar. „Im Baltikum warten Patienten zum Teil 18 Monaten auf einen Ersttermin bei Rückenschmerzen“, sagte er. Die Politik habe nun auf dieses kleine Problem hingewiesen. Und eine Lösung sei dabei auch ohne die Hilfe von Krankenhäusern möglich. © fos/aerzteblatt.de

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Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 16. Januar 2014, 14:37

solange die Zahlt der bezahlten Fälle begrenzt ist...

... wird das auch so bleiben. Im Gegensatz zu uns bescheuerten Hausärzten, die auch dann noch Patienten annehmen, statt 4 Wochen Budgetferien zu machen, wenn das RLV ausgeschöpft ist, setzen sich die Fachärzte als wirtschaftlich handelnde Unternehmer vor Quartalbeginn hin und rechnen aus, wieviele Fälle bezahlt werden - und nur die erhalten auch Termine. Wer dann zusätzlich kommt, verlangt vom Arzt eine kostenlose Behandlung - es sei denn, er bringt das Geld für seine Behandlung zusätzlich mit: Entweder als Privatpatient oder als Polizei- oder Postbeamter.
Die Kranken Kassen haben deshalb genug Geld, ihren gesunden Versicherten pro Jahr bis zu 300.- € Cash als Bonus oder Beitragsrückerstattung hinterherzuwerfen, weil sie auch weiterhin weniger Arztbehandlungen bezahlen wollen, als ihre Versicherten einfordern!
Avatar #675503
Widerstand
am Dienstag, 14. Januar 2014, 14:53

Wartezeiten...kein Problem in Deutschland (für Privatpatienten).

...Experten, Präsidenten, Politiker....
Alles studierte Leute und offenbar haben sie keine Ahnung von der Realität.
Fakt: Ich wartete 6 Monate auf einen Termin biem Neurologen, 4 Monate beim Dermatologen, 5 Monate beim Augenarzt und jetzt 6 Monate beim Kardiologen (wohlgemerkt nach Herzinfarkt).
Offensichtlich ist die Not besonders bei Privatpatienten (was diese Herrschaften offensichtlich sind) nicht so gross.
Avatar #19930
Leckerli
am Montag, 13. Januar 2014, 20:18

Eigenartiges Ergebnis...

Dann bin ich wohl der einzige, der zu lange auf Facharzttermine warten muß. Oder wurden die Falschen befragt?
LNS

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