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Medizin

Bluttest soll am Spielfeldrand Gehirnerschütterung bei Sportlern nachweisen

Dienstag, 14. Januar 2014

dpa

München – Einen Bluttest, mit dem sich einfach und schnell nachweisen lässt, ob bei Sportler eine Gehirnerschütterung vorliegt oder nicht, haben Ärzte der Klinik für Unfallchirurgie des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München zusammen mit US-amerikanischen Kollegen entwickelt. Die Forscher haben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Plos One veröffentlicht (DOI: 10.1371/journal.pone.0084977).

Um eine Gehirnerschütterung zu diagnostizieren und Konsequenzen daraus zu ziehen, brauchte es laut den Wissenschaftlern bisher eine Computer- oder Kernspintomo­graphie-Untersuchung im Krankenhaus. Für Trainer und Ärzte war vor Ort nicht zu entscheiden, ob ein Spieler zu seinem eigenen Schutz aus dem Spiel ausscheiden sollte.

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In Zukunft soll ein Tropfen Blut aus der Fingerspitze reichen, um die Mikroverletzungen im Gehirn nachzuweisen. Peter Biberthaler, Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, und Ärzte der Universität Rochester, USA, stellten fest, dass nach einer Gehirnerschütterung der Wert eines bestimmten Proteins im Blut des Verletzten ansteigt. Das Protein S100B wird bereits in der klinischen Praxis als unterstützendes Kriterium verwendet, um nach Schädel-Hirn-Traumen zu entscheiden, ob eine Computertomographie-Untersuchung erforderlich ist.

Die Forscher sahen sich bei ihrer Studie mit zwei Herausforderungen konfrontiert: Zum einen ist bekannt, dass das Protein S100B bei jedem Menschen in unterschiedlicher Konzentration vorhanden ist und damit kein allgemeingültiger Schwellenwert definiert werden kann. Allerdings war auch bekannt, dass sich individuell ein deutlicher Unter­schied zwischen dem Wert vor und nach einer Verletzung zeigt.

Die Forscher mussten also von allen Sportlern den S100B-Wert in Ruhe bestimmen, da nicht vorhersehbar war, wer eine Gehirnerschütterung erleiden würde. Eine weitere Herausforderung war, dass die Konzentration des Proteins nicht nur durch eine Gehirnerschütterung, sondern auch durch körperliche Anstrengung ansteigt.

Zwischen 2009 und 2011 untersuchten die Ärzte 46 Sportler aus Deutschland und den USA auf ihren normalen Wert des Proteins. An der Studie nahmen Eishockey-, Fußball-, Basketball- und American Football-Spieler teil. Um herauszufinden, wie stark sich körperliche Anstrengung auf den Blutwert auswirkt, untersuchten die Ärzte einen Teil der Sportler (30) nach sportlicher Betätigung. Sie stellten fest, dass die Zunahme des S100B-Wert durch körperliche Anstrengung mit durchschnittlich zwei Prozent eher gering ist.

Eine entsprechende Verletzung ließ den S100B-Wert dagegen förmlich in die Höhe schnellen. Von den 46 im Ruhezustand untersuchten Athleten erlitten 22 eine klinisch nachgewiesene Gehirnerschütterung. Bei 17 von ihnen wurde innerhalb von drei Stunden nach dem Unfall der S100B-Wert gemessen. Die durchschnittliche Steigerung betrug 81 Prozent.

Die Wissenschaftler folgerten aus ihren Ergebnissen, dass eine Gehirnerschütterung zuverlässig vorliegt, wenn das S100B-Protein um mehr als 45 Prozent gegenüber dem Normalwert ansteigt. © hil/aerzteblatt.de

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