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Medizin

Rheumapatienten bleiben immer länger im Beruf

Dienstag, 14. Januar 2014

Halle-Wittenberg – Rheumapatienten bleiben heute häufiger und länger beruflich aktiv als noch vor 10 bis 15 Jahren. Die Arbeitsunfähigkeitsdauer und die Zahl der Erwerbs­minderungs­renten gingen bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Gelenker­kran­kungen seit 1997 stetig zurück. „Dieser Trend ist bei Rheumakranken deutlich stärker ausgeprägt als bei der Gesamtheit aller Krankheiten, was auf einen Zusammen­hang mit verbesserten medikamentösen und nicht-medikamentösen Therapiestrategien hinweist“, sagte Wilfried Mau, Direktor des Instituts für Rehabilitationsmedizin der Universität Halle-Wittenberg.

Er analysierte die Erwerbstätigkeit von Rheumakranken anhand von Sozialver­sicherungsdaten und Daten aus der Kerndokumentation der Rheumazentren. Die Auswertung ist in der Zeitschrift für Rheumatologie erschienen (DOI 10.1007/s00393-013-1205-y).

Mau fand bei erwerbsstätigen AOK-Versicherten eine stärkere Verminderung der durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeitsdauer wegen rheumatoider Arthritis, Spondylitis ankylosans oder systemischem Lupus erythematodes gegenüber allen Krankheiten (um 7-27 Prozent versus zwei bis sechs Prozent).

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Daten aus den Rheumazentren zeigen die Verminderung der mittleren Arbeitsunfähig­keitsdauer noch deutlicher: Von 1997 bis 2011 nahmen Arbeitsunfähigkeitsepisoden bei Patienten mit rheumatoider Arthritis um 32 Prozent ab, die mittlere Arbeitsunfähig­keitsdauer sank pro Patient um 42 Prozent und bei allen Beschäftigten mit einer rheumatoiden Arthritis sogar um 63 Prozent. Dagegen war die mittlere Arbeitsunfähig­keitsdauer bei allen GKV- Pflichtversicherten im Jahr 2011 nur um drei Prozent gegenüber 1997 reduziert.

Ähnlich positiv ist die Entwicklung bei der Zahl der Erwerbsminderungsrenten. Laut der Studie sind gegenüber 1997 Patienten mit rheumatoider Arthritis im Jahr 2011 um drei bis acht Prozent seltener berentet worden.

Während 1997 in den ersten zwei Krankheitsjahren bereits acht Prozent der Betroffenen berentet worden waren und nach fünf Jahren 16 Prozent, betraf dies 2011 nach zwei Jahren fünf Prozent und in den ersten zwei bis fünf Jahren zehn Prozent. Die Steigerung des Anteils Erwerbstätiger mit rheumatoider Arthritis zwischen 1997 und 2011 war mit 14 Prozent am deutlichsten bei Frauen mittleren Alters. „Hier ist vor allem ein Zusammen­hang mit wirksamen Medikamenten und konsequenten nicht-medikamentösen Therapie­strategien anzunehmen“, betont Mau.

Unbefriedigend ist für den Wissenschaftler vor allem, dass im Jahr 2012 die Hälfte der Patienten in den letzten fünf Jahren vor ihrer Frühberentung wegen Rheuma keine stationäre Leistung zur medizinischen Rehabilitation der Deutschen Rentenversicherung erhalten habe. Angesichts der sich abzeichnenden Effekte einer Kombination von wirksamen medikamentösen Therapien und nicht-medikamentösen Interventionen sieht er hier noch viel Spielraum für eine weitere Verbesserung.

© hil/aerzteblatt.de

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