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Studie: Virtuelle Arztbesuche setzen sich weltweit durch, Deutschland hinkt hinterher

Dienstag, 14. Januar 2014

Frankfurt/München – Nach dem Deloitte-Trendbericht „TMT Predicition“ für das Jahr 2014 wird die Anzahl virtueller Arztbesucher (E-Visits) weltweit auf 100 Millionen ansteigen. Das ist eine Steigerung um 400 Prozent gegenüber dem Jahr 2012. In Deutschland verhindern rechtliche Rahmenbedingungen vorerst eine ähnliche Entwicklung.

Bei der E-Visite als Alternative zum physischen Arzttermin kommunizieren Patienten und Ärzte beispielsweise über gesicherte Portale, Videokonferenzen oder Internet-Kioske in Apotheken. Weltweit seien damit Einsparungen von circa 5 Milliarden US-Dollar möglich, prognostiziert das Beratungsunternehmen. Vor allem in Nordamerika werden sich den Deloitte-Experten zufolge virtuelle Konsultationen zunehmend durchsetzen.

Ausschlaggebend seien dafür unter anderem der generelle Sparzwang in den Gesund­heits­systemen, der zunehmende (Fach-)Ärztemangel und die wachsende Offenheit von Patienten gegenüber digitalen Lösungen im Gesundheitsbereich. Ebenso spielen die Verfügbarkeit entsprechender IT- und E-Health-Lösungen und geeignete Anbieter aus Sicht der Trendbeobachter hierfür eine Rolle.

Zu den Vorteilen der E-Visite zählen sie die Einsparpotenziale bei Diagnose und Verschreibung, die umfangreiche Verfügbarkeit aktueller Patientendaten, den verbesserten Zugang zur Behandlung sowie reduzierte Wartezeiten.

In Deutschland wird sich laut Studie der virtuelle Arztbesuch in den nächsten 12 bis 18 Monaten aber nicht durchsetzen, da rechtliche Rahmenbedingungen, offene Haftungs­fragen und die ärztliche Berufsordnung dies verhindern. Zudem sei die Offenheit deutscher Ärzte gegenüber der E-Visite begrenzt, meinen die Experten.

Dennoch werde der Zwang zu effizienten Behandlungsformen und Ärztemangel in bestimmten Regionen die E-Visite langfristig etablieren. Erste Anbieter umgehen bereits die bestehenden Regelungen, indem sie Konsultationen und Verschreibungen aus dem europäischen Ausland anbieten. Der langfristige Erfolg von Angeboten aus dieser Grauzone könnte sich zum Motor für Neuregelungen entwickeln, so die Trendstudie.

In den TNT Predicitons analysiert Deloitte jedes Jahr die Marktsegmente Technologie, Medien und Telekommunikation und bewertet jeweils die bedeutendsten Trends. © KBr/aerzteblatt.de

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